Chronik | Österreich
20.02.2018

Nach Millionenpleite plant Installationsfirma Neustart

Das Projektgeschäft werden wir aufgeben und uns wieder mehr auf Privatkunden konzentrieren, sagt der Firmenchef. Zahl der Mitarbeiter soll von 35 auf 19 reduziert werden.

Hohe Schulden. Zwei Pleiten innnerhalb von vier Jahren – das ist für einen Familienbetrieb wie die Holzhauser GmbH mit Sitz in Trumau, Bezirk Wiener Neustadt, und seine 39 Mitarbeiter bitter. Wei der KURIER berichtete, ist über den Betrieb ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Die Jänner- und Februar-Löhne (184.000 Euro) wurden nicht mehr bezahlt.

Das Unternehmen sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von 2,5 Millionen Euro, davon entfallen 600.000 Euro auf Banken. Letztere Forderungen sind aber besichert. Das Vermögen wird mit rund 900.000 Euro beziffert. Das freie Vermögen beträgt lediglich 339.000 Euro.

Der Betrieb soll fortgeführt und entschuldet werden. Dazu soll es zu einer Teilbetriebsschließung und zur Personalreduktion von 35 auf 19 Personen kommen. Vier sind in Karenz bzw. beim Bundesheer. Das Umsatzvolumen soll von fünf Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro sinken. Den Gläubigern werden laut den Gläubigerschutzverbänden AKV und Creditreform 20 Prozent Quote geboten.

Die Installationsfirma hat sich offensichtlich mit dem Projektgeschäft überhoben. Als Insolvenzursachen werden nämlich Probleme mit Großbaustellen angeführt, wie Margot Piller von der Masseverwalter-Kanzlei bpv-huegel bestätigt. Laut Firmenchef Helmut Holzbauer sind Subauftragnehmer in den Konkurs geschlittert. Dadurch wurden die bestehenden Kalkulationen über den Haufen geworfen haben.

"Das Projektgeschäft werden wir aufgeben und uns wieder mehr auf Privatkunden konzentrieren", sagt Holzhauser zum KURIER. Die Chancen für die erfolgreiche Umsetzung des Sanierungsplans stehen gut, da die finanzierende Bank weiter mitspielt.

Die Vorgeschichte

2014 ist der Betrieb erstmals in die Pleite geschlittert, aber konnte sich erfolgreich sanieren. Der aktuelle Schuldenberg beruht auch auf Altlasten, die jetzt schlagend wurden. Laut Creditreform setzte die Holzhauser GmbH im Geschäftsjahr 2016/2017 fast fünf Millionen Euro um, im Jahr davor waren es sogar noch rund sechs Millionen Euro. Sie unterhält Standorte in Trumau, Baden und Teesdorf.