Geld für Pflanzen und Kanal

Insgesamt sollen die Schäden druch das Hochwasser zwei Millionen Euro betragen: Lavamünd klagt einen Teil davon vom Verbund ein. © Bild: APA/GERT EGGENBERGER

Lavamünd will nach Flut exakt 622.006,21 Euro Schadenersatz vom Verbund.

Penibel und bis auf den Cent genau listet die Klage die Kosten auf, der der Gemeinde Lavamünd durch das Hochwasser entstanden sind. 11.385,97 Euro waren unter anderem nötig, um einen Spielplatz wieder herzurichten. Neue Pflanzen kosteten 42.348,48 Euro. Beschädigtes Gerät der Feuerwehr schlug mit 50.966,06 Euro zu Buche, ein Kanal mit 91.838,76 Euro.

Insgesamt fordert die Kärntner Kommune 622.006,21 Euro vom Verbund. Die Klage wurde am Zivillandesgericht Klagenfurt eingebracht, bestätigt der Grazer Anwalt Georg Eisenberger einen Bericht der Kleinen Zeitung. Es geht um das Hochwasser vom November 2012: Der Vorwurf der Gemeinde lautet, dass der Verbund die Schleusen des Stausees Völkermarkt zu spät geöffnet habe. Deshalb sei der Ort überflutet worden.

Bauen statt klagen

Ein Vergleich sei angestrebt, aber nicht erreicht worden. „Wir haben gute Vorschläge für außergerichtliche Maßnahme gemacht“, betont Eisenberger im KURIER-Gespräch. „Wir waren da sehr kreativ. Die Gemeinde wäre bereit gewesen, auf eine Klage zu verzichten, wenn der Verbund in Hochwasserschutz investiert hätte.“ Doch das sei wegen des schwebenden Strafverfahrens abgelehnt worden: Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt nach wie vor gegen mehrere Mitarbeiter des Verbunds.

Seitens des Verbundes gab es gestern keine Stellungnahme: Die Klage sei noch nicht zugestellt, deshalb könne sie auch nicht kommentiert werden. Tatsächlich hat der Konzern das 19-seitige Schriftstück offiziell noch gar nicht erhalten: Das geht erst, nachdem das Gericht den Verhandlungsrichter bestimmt hat. Doch dabei hakt es: Der gemäß Geschäftsverteilung zuständige Jurist erklärte sich als Sohn eines Verbund-Angestellten für befangen. Jetzt wird intern geprüft.

Insgesamt sei der Schaden für die Gemeinde mit zwei Millionen Euro noch wesentlich höher gewesen, berichtet Eisenberger. „Aber wir haben nur eingeklagt, was nicht von der Versicherung gedeckt war.“ Auch private Haushalte hatten Kosten: Kolportiert werden rund zehn Millionen Euro.

Erstellt am 24.03.2014