Mutmaßliche Millionenbetrü­ge­rin könnte bald wieder vor Gericht stehen

Viele verschiedene Euro-Geldscheine
Foto: Gina Sanders - Fotolia/Fotolia/Gina Sanders Symbolbild

Ein psychiatrisch/neurologisches Gutachten bescheinigt der fünffachen Mutter Zurechnungsfähigkeit.

Wie es eine mittlerweile 47-jährige Frau schaffen konnte, einen Teppichhändler, eine Internetbekanntschaft, mehrere Klöster und ein Möbelhaus um in Summe mehr als 900.000 Euro zu schädigen, dürfte im anstehenden Gerichtsverfahren nicht ganz einfach zu beantworten sein. Bei weiteren 700.000 Euro blieb es laut Staatsanwaltschaft beim Betrugsversuch.

Zumindest eine Frage ist vorerst geklärt: "Die Frau war laut dem psychiatrisch/neurologischen Sachverständigengutachten zurechnungsfähig zu den Tatzeitpunkten", sagt Peter Egger, Sprecher des Salzburger Landesgerichts. Ein Prozess-Termin steht noch aus. Egger spricht jedenfalls von einem "aufwendigen" Verfahren – alleine die Staatsanwaltschaft habe 17 Zeugen beantragt.

Gab sich als Autorin aus

Die mutmaßliche Betrügerin sitzt seit Mai in U-Haft. Die einschlägig vorbestrafte Frau war im Dezember 2016 in Bad Tölz (Bayern) festgenommen worden. Sie war von den österreichischen Behörden mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war. Davor soll sie sich auf der Nordseeinsel Sylt als Autorin ausgegeben haben, um einen Computerhändler und drei ihrer Vermieter zu betrügen.

Zuletzt war die Frau, die Mutter von fünf Kindern ist, im Juli 2015 vor Gericht gestanden. Damals wurde sie wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, ein Jahr davon unbedingt. Die Salzburgerin war angeklagt, weil sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann und zwei Kindern aus erster Ehe unter anderem Luxusautos bestellt und Häuser erworben, aber nie gezahlt haben. Dafür hatte sie laut der Staatsanwaltschaft vorgegaukelt, 250 Millionen Euro von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz geschenkt bekommen zu haben.

(kurier) Erstellt am
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