Jenes Haus in Hofstätten an der Raab (Bezirk Weiz), wo es zu einer Bluttat gekommen war.

© APA/ERWIN SCHERIAU

Bezirk Weiz
11/07/2014

Mord und Selbstmord: Täter besaß Waffe legal

Mann erschoss Vater der Ex-Freundin und sich selbst.

von Elisabeth Holzer

Er war so ein Familienmensch, er hat sich aufgeopfert, seine Frau gepflegt. Der ganze Ort steht unter Schock.“ Werner Höfler, ÖVP-Bürgermeister von Hofstätten an der Raab, kann es kaum fassen: Sein Parteifreund Josef K., 46, wurde in der Nacht zum Freitag erschossen vom Ex-Freund der Tochter, die sich vom mutmaßlichen Täter bereits vor mehr als einem Jahr getrennt hatte.

Wetzawinkel, eine der Katastralgemeinden des oststeirischen Hofstätten, ist klein, ländlich, beschaulich. Doch die Ruhe wurde jäh durchbrochen: Günther A., 45, aus Fürstenfeld, Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, soll das fast gleichaltrigen Ex-Gemeinderatsmitglied aus nächster Nähe erschossen haben. Der Installateur war laut Polizei sofort tot. Danach setzte sich A. in sein Auto und tötete sich selbst. Die Pistole war registriert, A. besaß sie legal.

Im Mai angeklagt

K.s Familie steht unter Schock und muss psychologisch betreut werden. Hart traf es vor allem die 21-jährige Tochter und den Bruder des Opfers: Die junge Frau hatte drei Jahre lang eine Beziehung mit dem Schützen, die sie jedoch Mitte 2013 beendete. Schon in der Zeit mit ihr soll A. gewalttätig gewesen sein: Er wurde im Mai wegen Körperverletzung und Nötigung nicht rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft, zehn Monate davon unbedingt, verurteilt. Eines der Opfer soll die damalige Freundin gewesen sein.

Im Bad versteckt

Laut Polizei könnte darin auch das Motiv zu suchen sein: A. stürmte Donnerstagnacht in das Haus, als ein Teil der Familie gerade in der Küche saß, Josef K., seine siebenjährige Tochter sowie der Lebensgefährte der 21-Jährigen. K.s nach einem Schlaganfall behinderte Frau und sein Bruder waren im ersten Stock. A. forderte, die Ex-Freundin zu sehen, doch sie war bei der Arbeit: Er durchsuchte das gesamte Haus mit gezückter Waffe, der 25-Jährige packte deshalb die kleine Schwester seiner Lebensgefährtin und versteckte sich mit ihr im Bad.

Als er die Angestellte nicht fand, soll A. den 46-Jährigen in den Hof gedrängt haben: Dort soll er ihm aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen haben K.s Bruder dürfte das mitangesehen haben. Dann lief der Täter davon, kurz darauf ein zweiter Schuss: A. verübte in seinem Wagen Suizid.

Offenbar schien der Polizei aber nicht klar, ob der Angreifer bereits tot war, als sie eintraf: Auch die Cobra wurde alarmiert, die den Tatort sicherte, bevor Rettungskräfte das Anwesen betreten konnten. „Die Information an uns war, jemand ist erschossen worden, der Täter nicht mehr vor Ort“, erläutert Ermittler Hubert Miedl. Die Ermittlungen laufen noch, die Familie konnte Freitag noch nicht ausführlich befragt werden.

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