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Syrien
10/27/2015

Mohamed M.s engster Vertrauter stirbt bei Luftangriff

Foto zeigt Mitte Oktober getöteten Denis Cuspert alias Deso Dogg.

von Dominik Schreiber

Es ist zwar die dritte Todesmeldung innerhalb von zwei Jahren, aber diesmal dürfte es stimmen. Denis Cuspert, der als Rapper "Deso Dogg" bekannt wurde, ist tot. Zunächst gab es in den vergangenen Tagen mehrfach Einträge in sozialen Medien und Berichte in arabischen Medien. Nun hat ein kurdischer Aktivist ein Bild von dem toten Deutschen veröffentlicht. Es dürfte aus einem Video der Dschihadisten stammen.

Cuspert, der sich den Kampfnamen Abu Talha al-Almani zugelegt hatte, dürfte bereits am 16. Oktober bei einem Angriff von Flugzeugen der internationalen Koalition getötet worden sein. Die Jets griffen einen Pick-up auf der Straße zwischen den syrischen Orten Rakka und al-Tabqa an. Dabei starben sechs Menschen, darunter auch Cuspert. Es war zwei Tage vor seinem 40. Geburtstag.

Sektengründer

Der Rapper und der Wiener Islamist Mohamed Mahmoud gründeten zur Jahreswende 2011/2012 die mittlerweile verbotene Salafisten-Sekte Millatu Ibrahim in Nordrhein-Westfalen. Beide gelten als Urväter der foreign-fighters. Sie schickten die ersten Kämpfer in den Heiligen Krieg. Beide verherrlichten zunächst Osama bin-Laden. 2012 flüchtete Cuspert nach Ägypten, wohin ihm Mahmoud später nachfolgte. Beide tauchten immer wieder in Drohvideos der Islamisten auf.

2013 wurde er erstmals für tot erklärt, hatte aber einen Angriff in Syrien schwerst verletzt überlebt. Er lag eine Zeit lang im Koma, erholte sich aber anschließend. 2014 soll er eine Brigade des IS mit dem Namen "Millatu Ibrahim" übernommen haben. Er tauchte auch in Tötungsvideos auf.

Seit Februar stand der auf der Terrorliste des US-Außenministeriums. Damit wäre er auch als Ziel für Drohnen in Frage gekommen.