Ausgrenzung, Beleidigung, Häme: Beinahe jeder vierte steirische Schüler wurde laut einer neuen Studie bereits Opfer von Mobbing.

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Chronik | Österreich
03/28/2014

"Mobbing beginnt in Volksschule"

Laut Studie der Arbeiterkammer ist fast ein Viertel der Schüler Opfer von Spott und Ausgrenzung.

Zu klein, zu dick, eine Zahnspange, keine Markenkleidung oder elitäre Hobbys: Gründe, von Mitschülern gehänselt zu werden, gibt es reichlich. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die sich vor Mobbing fürchten oder bereits Opfer sind: Laut einer Studie der steirischen Arbeiterkammer ist fast schon ein Viertel der Schüler direkt betroffen. Ein Drittel fürchtet sich davor, einmal Opfer zu werden.

1200 Fragebögen wurden von Studienautorin Claudia Brandstätter ausgewertet, 56 Schulen von der Volksschule bis zur AHS-Oberstufe waren dabei. Die Antworten seien alarmierend: "Mobbing beginnt in der Volksschule. Aber in den Oberstufen wird die Angst davor weniger", schildert Brandstätter. "Man lernt anscheinend während der Schulzeit, damit umzugehen."

Erschreckend hoch ist die Anzahl derer, die bereits zum Opfer wurden: 23 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, schon Ziel von Mobbing gewesen zu sein. Die Hälfte von ihnen wiederum mehrmals im Monat oder gar täglich. 56 Prozent der Befragten wissen von auch Vorfällen, die Schulkollegen betroffen haben.

Beleidigungen

Schimpfwörter, beleidigende Spitznamen und Verspotten sind die häufigsten Formen der Attacken, gefolgt von schubsen, zwicken und schlagen und schlecht machen bei Klassenkollegen. Auffallend ist, dass Cybermobbing oder Cyber-Bullying keine Rolle zu spielen scheinen, trotz der dauernden Präsenz von Mobiltelefonen und Internet bei Jugendlichen: Schlechtreden oder Ausrichten über Facebook und andere Social Media Formen seien eher die Ausnahme, betont Brandstätter. Übrigens besitzen bereits zwei Drittel aller Volksschüler ein Mobiltelefon, ein Drittel ist auch in sozialen Netzwerken im Internet präsent.

Die Arbeiterkammer habe die Studie in Auftrag gegeben, weil "unsere Schulberatung in jüngster Zeit vermehrt mit Anfragen von Eltern zu tun hatte", begründet AK-Präsident Pesserl. Er fordert mehr Psychologie und Sozialarbeiter an den Schulen, außerdem Weiterbildungsangebote für Lehrer und Informationsabende für Eltern.