Chronik | Österreich
13.09.2017

Mit Pralinen betäubt: Musiker gibt Schuld an Tod von Roland Krenn zu

Der 24-Jährige belastet andere Verdächtige: Seine Freundin soll geholfen haben, 63-Jährigen zu fesseln. Gastwirt gab demnach Anweisung.

Seit viereinhalb Monaten sitzt der 24-jährige Musiker Richard H. mittlerweile in Untersuchungshaft. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit dem im Mai ebenfalls verhafteten Robert S., einem Gastwirt aus Haigermoos im Innviertel, den Mord am 63-jährigen Salzburger Roland Krenn vor. Krenn war seit Juli 2016 vermisst. Seine Leiche entdeckten die Ermittler nach einem Hinweis des 24-jährigen im Mai in einem Schweinestall.

Bisher beteuerten die beiden Männer stets ihre Unschuld. Richard H. behauptete in seinen Vernehmungen sogar, er und Krenn seien in dessen Villa Opfer eines Überfalls geworden. Die unbekannten Täter seien mit dem 63-Jährigen verschwunden. Zuletzt wurde H.s Freundin inhaftiert – die Ermittler hatten einen Brief abgefangen, in der er der jungen Frau geschrieben haben soll, er wolle sie weiterhin aus der Sache raushalten.

Nun ist der 24-Jährige offenbar doch mit der Wahrheit herausgerückt. Er habe am 18. Juli 2016 gemeinsam mit seiner Freundin Krenn zum Essen eingeladen. Dabei habe man Krenn mit präparierten Pralinen betäubt. Als Krenn eingeschlafen war, fesselten ihn die beiden und stülpten einen Stoffsack über seinen Kopf. So fuhr das Paar zur Villa des 63-Jährigen in die Stadt Salzburg, wo sie den Bewusstlosen in den Keller legten. Am nächsten Tag soll Krenn tot gewesen sein.

10.000 Euro für Drogen

Der 29-jährige Wirt soll das Paar angestiftet haben, Krenn auszurauben. Der Hintergrund dürften demnach Schulden in Höhe von rund 10.000 Euro für Drogen gewesen sein. Der Wirt soll nach dem Tod Krenns in dessen Haus selbst Wertgegenstände wie Schmuck entwendet haben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dazu laufen noch. Die Freundin von Richard H. und Gastwirt Robert S. haben sich dazu bisher nicht geäußert.

Obwohl der 24-Jährige in seiner Vernehmung angab, dass Krenn nicht absichtlich getötet worden sei, will die Staatsanwaltschaft gegen alle drei Beschuldigten Anklage wegen Mordes erheben. Von den Anwälten der Verdächtigen war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Fall Krenn beschäftigt die Ermittler seit Ende Juli 2016, als der 63-Jährige von einem Freund als vermisst gemeldet wurde. Über die Auswertung von Handydaten kam man zunächst dem Musiker aus dem Flachgau auf die Spur. Für ihn klickten Ende April die Handschellen. Er rückte rund zwei Wochen später mit dem Lagerort der Leiche heraus – einem aufgelassenen Schweinestall im Besitz von Robert S. Seither sitzt auch der Gastwirt in U-Haft.