Chronik | Österreich
07.02.2018

Millionenpleite eines Sportartikel-Händlers

Deutsche Mutterfirma hat Österreich-Tochter in die Pleite mitgerissen, die Schulden betragen 11,5 Millionen Euro.

„Die 1989 gegründete Royalbeach GmbH ist ein Unternehmen, das von Produktinnovation lebt. Dafür sind wir weltweit auf den wichtigsten Messen und Shows unterwegs, spüren Trends auf und setzen sie in erfolgreiche Neuheiten um“, heißt es auf der Firmen-Homepage Royalbeach Spiel & Sportartikel Vertriebs GmbH mit Sitz im deutschen Traunstein. „Entscheidend sind hier Schnelligkeit und Professionalität einerseits. Andererseits aber auch der rege Erfahrungsaustausch mit Sportlern und Sportwissenschaftlern. Auf dieser Basis bringen unsere Entwicklungsabteilungen starke Designs auf den Markt, von denen Sie und Ihre Kunden profitieren.“

Offenbar hat dieses Geschäftsmodell (www.royalbeach.de) einen Haken. Denn: Über die deutsche Royalbeach Spiel & Sportartikel Vertriebs GmbH (63 Mitarbeiter,115 Millionen Euro Umsatz) wurde noch im Jänner 2018 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Jetzt hat die deutsche Mutterfirma die gleichnamige Österreich-Tochter mit Sitz in Salzburg in die Pleite mitgerissen. Sie hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER.

Die Zahlen

Die Firma um Thomas und Hans-Jürgen Münch setzte im Jahr 2016 laut Firmencompass mit zwölf Mitarbeitern rund 18,24 Millionen Euro um, das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 370.000 Euro. Die Verbindlichkeiten betrugen 2016 rund 10,13 Millionen Euro, der Gewinnvortrag wurde mit 4,44 Millionen Euro beziffert, der Bilanzgewinn mit 4,721 Millionen Euro.

Kredite fällig gestellt

Allein bei vier österreichischen Banken hat die Salzburger Royalbeach Spiel & Sportartikel Vertriebs GmbH rund 11,5 Millionen Euro Schulden. Die Banken haben diese Kredite mit Februar 2018 fällig gestellt. Das Vermögen besteht angeblich aus offenen Forderungen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro und einem Warenlagen (600.000 Euro). Zum Teil sind die offenen Forderungen an Banken zediert, außerdem bestehen Eigentumsvorbehalte beim Warenlager. "Forderungen der Schuldnerin gegen die Muttergesellschaft von in Höhe von drei Millionen Euro müssen zumindest weitgehend wertberichtigt werden", heißt es dazu vom KSV1870.

Zehn Mitarbeiter sind von der Pleite in Salzburg betroffen.

Anleihen platziert

Laut wallstreet-online.de hat die deutsche Royalbeach die Anleihe 2015/20 (WKN A161LJ) mit einem Volumen von drei Millionen Euro platziert. "Der Minibond wurde im Jahre 2015 emittiert und ist mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 7,375 Prozent ausgestattet", heißt es dazu bei wallstreet-online weiter. "Die Anleihe hat ein maximales Gesamtvolumen von bis zu 25 Millionen Euro, von denen allerdings nur drei Millionen Euro platziert werden konnten. Im Oktober 2016 hatte die Royalbeach Spielwaren und Sportartikel Vertriebs GmbH noch ihre erste Unternehmensanleihe 2011/16 (Volumen von 25 Millionen Euro und Zinskupon von 8,125 Prozent) planmäßig zum Ende der Laufzeit zurückgezahlt."

Das Sortiment

Royalbeach verkauft unter anderem Ergometer, Crosstrainer, Laufbänder, Hüpfburgen, Kraftstationen, Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke, Campingmöbel, Freizeitartikel, Schwimm- und Sportartikel, Trampoline, Schlauchbotte, Pools, sowie andere Produkte der Marke ComfortMed. Das Sortiment ist aber nicht sehr groß.