Chronik | Österreich
31.08.2018

Millionenpleite einer Baufirma

Das Personal wurde bereits reduziert, die Gläubiger sollen 30 Prozent Quote erhalten.

„Die Antragstellerin sieht sich gezwungen, einen Liquiditätsengpass einzugestehen. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass ein Bauherr mit großem Auftragsvolumen - und firmierend unter verschiedenen Gesellschaften - vereinbarungswidrig offene Bauleistungen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 815.088 Euro trotz Aufforderung nicht bezahlt hat“, teilt die Wiener Peca Bau GmbH dem Konkursgericht Wien mit. Das Unternehmen hat dort ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung samt 30 Prozent Quote für die Gläubiger beantragt. Derzeit beschäftigt es laut AKV und Creditreform 43 Mitarbeiter. Der Personalstand wurde bereits verkleinert und soll - wenn nötig – weiter reduziert werden.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Peca Bau GmbH lenkt nur handelsrechtlich die Geschäfte, die gewerberechtliche Geschäftsführung üben ein selbstständiger Wiener Baumeister und ein Heizungs-und Lüftungstechniker aus. Zum Sanierungsverwalter wurde der renommierte Insolvenzrechtsexperte Stephan Riel bestellt, der sich nicht nur als Insolvenzverwalter der Alpine Bau einen Namen gemacht hat.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit 2,043 Millionen Euro beziffert, davon entfallen rund 1,12 Millionen Euro auf Lieferungen und Leistungen, 404.000 Euro auf Steuern, rund 280.000 Euro auf Gebietskrankenkasse und Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK), 146.500 Euro auf Löhne und Gehälter; sowie 91.000 Euro sind bei Banken offen.

Das Vermögen

Das Unternehmen rechnet damit, dass bis November 2018 mittels Schlussrechnungen von Baustellen rund 250.000 Euro eingenommen werden, weitere 900.000 Euro durch vorhandene Aufträge und auch die offenen Forderungen gegen den säumigen Bauträger (815.000 Euro) will man zumindest teilweise einbringlich machen.

Die kurzfristigen Pläne

Geplant ist auch, dass Neuaufträge nur gegen 20 Prozent Anzahlung angenommen werden und die Arbeiten nach Baufortschritt von den Auftraggebern bezahlt werden: „Materialeinkäufe sollen im Wesentlichen gegen Vorauskasse des jeweiligen Bauherrn getätigt werden.“

„Die Schuldnerin ist in der Baubranche tätig, jedoch ist in ihrem Fall davon auszugehen ist, dass die Auftragslage über die Herbst- und Wintermonate bis einschließlich 1. Quartal 2019 - anders als in der Baubranche generell üblich - zwar zurückgehen, aber aufgrund der Möglichkeit, Innenarbeiten durchzuführen, nicht wesentlich stagnieren wird“, heißt es weiter. „Dennoch können bei reduzierter Arbeitsleistung naturgemäß auch die Ausgaben in den Wintermonaten (insbesondere Personalaufwand, Fremdleistungen, Materialeinkauf) reduziert werden. Durch all diese Maßnahmen sollen (weitere) Liquiditätsengpässe der Schuldnerin vermieden werden.“