Chronik | Österreich
28.02.2018

Mehrjährige Haftstrafen für Drogenkuriere in Klagenfurt

Vier Jahre für Slowenen, fünf Jahre für deutschen Lokalbetreiber in Villach. Kokain im Wert von 270.000 Euro sichergestellt.

Zwei Männer, die mit großen Mengen Kokain gehandelt haben, sind in Klagenfurt zu Haftstrafen verurteilt worden: Vier Jahre gab es für einen 33-jährigen Slowenen, der die Drogen über die Grenze gebracht hatte. Ein deutscher Staatsbürger (49) - er bekam fünf Jahre - hatte diese in seinem Lokal in Villach verkauft. Die Urteile des Schöffensenats sind nicht rechtskräftig.

Verdeckte Ermittler hatten den Drogenhandel von Slowenien nach Kärnten auffliegen lassen. Über den dritten Angeklagten, einen Kärntner, war ein Deal im Lokal des Deutschen eingefädelt worden. Bei der Übergabe im Oktober des Vorjahres nahmen die Beamten die Männer fest. Die zwei am Mittwoch am Landesgericht verurteilten Angeklagten waren voll geständig gezeigt, der angebliche Mittelsmann hingegen nicht. Seine Verhandlung wurde vertagt.

270.000 Euro an Kokain

Bemerkenswert waren in dem Prozess die Menge und die Hochwertigkeit der Drogen. Bei der Verhandlung ging es um insgesamt 3,4 Kilogramm Kokain und ein Kilogramm Speed. Allein das Kokain, das zur Vernichtung freigegeben wurde, hat einen geschätzten Verkaufswert von mehr als 270.000 Euro. Der Slowene hatte selbst zugegeben, zuletzt monatlich 400 Gramm Kokain über die Grenze geschmuggelt zu haben. Sein Abnehmer bestätigte die Menge.

Im Gegensatz zu den beiden Geständigen, verweigerte der drittangeklagte Kärntner die Aussage. Obwohl dieser das Geschäft vermittelt habe, sei er kein Dealer, meinte sein Verteidiger. Zur weiteren Klärung des Sachverhalts beantragte die Verteidigung die Einvernahme der verdeckten Ermittler, was Richter Oliver Kriz vor ein Problem stellte. Deren Identität sei nämlich - naturgemäß - nicht bekannt.

Angeklagte nahmen Strafe an

Zur weiteren Aufklärung wollte auch Staatsanwältin Karin Schwaiger vom angeklagten Deutschen wissen, welche Rolle der Drittangeklagte gespielt hatte. "Das ist offensichtlich", meinte dieser: "Er ist ein Vermittler. Er hat mir die Polizei ins Lokal gebracht." Der einstige Szene-Gastronom gab sich selbst reumütig und ist laut eigener Angabe froh über das Auffliegen des Handels, da er ein neues Leben beginnen wolle - denn just am Tag seiner Festnahme wurde er Vater.

Da die Urteile die Höchststrafe von 15 Jahren deutlich unterschreiten, nahmen beide Männer diese sofort an. Der Richter begründete diese unter anderem mit den Geständnissen sowie dem Beitrag zur Aufklärung. Das Argument, beide könnten von der hohen Qualität der Drogen nichts gewusst haben, interessierte das Gericht eher weniger, denn: "Wenn ich mich als Person in einen Porsche hinein setze - wie die Herren Verteidiger sicher wissen -, will ich auch schnell fahren." Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, die Urteile sind nicht rechtskräftig.