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Vorarlberg
10/20/2014

Mehrere Verletzte bei Motorradunfällen

45-Jähriger Biker stürzte auf verschmutzter Fahrbahn. Drei Unfälle bei Überholmanöver.

Gleich mehrere Motorradunfälle haben am Sonntag in Vorarlberg Verletzte gefordert. Ein 45-jähriger Mann, der mit seinem Bike in Sulzberg (Bregenzerwald) auf einer verschmutzten Fahrbahn gestürzt war, musste mit dem Hubschrauber "C8" in das Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht werden. In Doren (Bregenzerwald) verunfallten mehrere Fahrer bei einem Überholvorgang, einer wurde dabei schwer verletzt.

Bei dem Unfall in Sulzberg kam der Motorradfahrer, der mit einer fünfköpfigen Gruppe unterwegs gewesen war, bei einem Überholmanöver aufgrund der verschmutzten Straße ins Schleudern und stürzte, teilte die Vorarlberger Polizei mit. Er wurde noch an der Unfallstelle erstversorgt und anschließend ins LKH Feldkirch geflogen. Über die Schwere der Verletzung gab es keine Angaben.

Ebenfalls bei einem Überholvorgang ereignete sich der Unfall in Doren. Ein deutscher Biker, der mit zwei weiteren Motorradfahrern aus Richtung Krumbach gekommen war, wollte laut Polizeiangaben gerade einen Pkw überholen, als dieser ebenfalls zum Überholen ausscherte. Durch die folgende scharfe Bremsung des ersten Motorradfahrers stürzten seine beiden hinter ihm fahrenden Kollegen. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt, der andere erlitt leichte Verletzungen. Sie wurden ins Krankenhaus Lindenberg (Bayern) gebracht.

Nur leichte Verletzungen erlitten ein 56-jähriger Biker und seine Beifahrerin bei einem Unfall auf der L205 zwischen Hittisau und Krumbach. Wie in Doren hatte ein Autofahrer beim Ausscheren zum Überholen eines Fahrzeugs das Zweirad übersehen. Er brach den Vorgang daraufhin zwar ab, der deutsche Motorradlenker musste jedoch scharf bremsen, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und stürzte in einer lang gezogenen Rechtskurve in eine Wiese.

Weniger Tote als im Vorjahr

Der positive Trend am Zweiradsektor setzt sich fort: In der gerade zu Ende gehenden Motorradsaison 2014 sind mit 70 Getöteten deutlich weniger Menschenleben zu beklagen gewesen als im Vorjahr (87), gab ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.

"2013 war leider Gottes ein Ausreißer nach oben", bedauerte Schmerold, der dafür das gute Wetter verantwortlich machte. Dass man sich trotz des verregneten Sommers über die heurigen Unfallzahlen am Zweiradsektor freuen kann, sei auf die ungewöhnlich lange Saison zurückzuführen. Generell sinkt die Zahl der Verunglückten in den vergangenen zehn Jahren, obwohl der Bestand der zugelassenen Bikes und Roller (ab 125 ccm) um 50 Prozent auf rund 450.000 zugenommen hat.

Unfallursachen

Wodurch werden die tödlichen Unfälle ausgelöst? Zu drei Viertel durch eigenes Fehlverhalten, wofür ÖAMTC-Motorrad-Chefinstruktor Georg Scheiblauer u.a. Defizite beim Kurvenfahren und Bremsen sowie eine Kombination der beiden Fähigkeiten verantwortlich macht. "Über die Blicktechnik kann man hier sehr viel machen", so der Fachmann, der im Frühjahr sogenannte "Warm Ups" in einem Fahrtechnikzentrum oder geführte Ausfahrten empfahl.

In dieser Jahreszeit sind laut Statistik auch die meisten Todesopfer zu beklagen, weil nach der Winterpause bei vielen die Übung fehlt. Laut Schmerold ist Motorradfahren eben keine Sache, die man einmal lernt und dann immer beherrscht. Ständige Übung sei unabdingbar. Darüber hinaus müssten Unfallhäufungspunkte erkannt und entschärft werden, etwa durch Unterfahrschutz der Leitschienen. "Das kostet wenig, bringt aber viel."

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