Chronik | Österreich
27.04.2017

Mauer von Milliardärin Flick kommt weg

Schwarzbau soll auf Druck der Gemeinde weichen und Blick auf edles Domizil gewähren.

Auf Einsprüche und den Faktor Zeit setzte die Milliardärsfamilie Flick ein Jahr lang im Streit um eine am Wörthersee illegal errichtete Mauer. Nun will sie die Betonwand durch einen blickdurchlässigen Lattenzaun ersetzen.

30 Meter lang und zwei Meter hoch ist jene Mauer, die Ingrid Flick im Frühjahr 2016 am exklusiven Seegrundstück in Reifnitz hochziehen ließ. Es stellte sich heraus, dass nur die Errichtung einer Mauer als Teil eines Badehauses bewilligt worden war – nie aber eine frei stehende, die die Milliardäre von der Süduferstraße abschottet und Passanten den Blick auf den See verwehrt. Die Gemeinde ordnete den Abriss der Verbauung an, aber weil die Flicks dies beeinspruchten, steht sie bis heute.

"Jetzt haben wir uns mit der Gemeinde auf einen Kompromiss geeinigt", heißt es von der Flickschen Hausverwaltung. Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, darf die neue Mauer 50 Zentimeter hoch sein, darauf wird ein blickdurchlässiger Lattenzaun errichtet. Auch im Fall eines Carports, das nicht entsprechend der Bewilligung errichtet wurde, wollen die Flicks "Adaptierungen" vornehmen.

Maria Wörths Bürgermeister Markus Perdacher (ÖVP) spricht von einer "mündlichen Einigung", will erst nach der Bauverhandlung am 18. Mai "über gelegte Eier "sprechen. Die Flicksche Hausverwaltung hält es indes für "möglich", dass die Mauer vor dem Baustopp am Wörthersee, der Mitte Juni in Kraft tritt, entfernt wird.

Im Konflikt um eine Verbauung bei Schloss Reifnitz, das einst Frank Stronach gehörte und sich nun im Besitz von Manager Siegfrid Wolf befindet, ist hingegen noch keine Entscheidung gefallen. Am Ufer der Liegenschaft existiert eine 80 Meter lange und 1,5 Meter hohe Mauer, die vor ungewünschten Blicken vom See aus schützt. Ein Schachverständigengutachten weist die Sache als Schwarzbau in der roten Naturschutz-Zone aus, weil die Besitzer aber diese Einschätzung beeinspruchen, fehlt bis dato ein Abrissbescheid.

"Die Eigentümer argumentieren, sie hätten eine bestehende Mauer saniert und keine neue gebaut", erklärt Klaus Bidovec von der Landesbehörde für Naturschutz und Wasserrecht.