Chronik | Österreich
07.11.2016

Leichenfund: Mann wurde erschossen

Lkw-Fahrer entdeckte Toten neben Straße. Der Tatort soll sich nahe des Fundorts befinden.

Im Winter ist die Eibergstraße (B173) eine der meist befahrenen Landesstraßen Tirols. Bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Tag sind dann hier unterwegs. Für Urlauber aus dem deutschen Raum geht es auf dieser Strecke gleich nach der Grenze auf dem kürzesten Weg von Kufstein zu den Skigebieten in Kitzbühel und Umgebung. Etwa in der Mitte der zehn Kilometer langen Straße hat ein Lkw-Fahrer im Gemeindegebiet von Söll am Montag gegen 8 Uhr einen grausigen Fund gemacht.

Beim Parkplatz „Steinerne Stiege“ entdeckte der Mann hinter der Leitplanke eine männliche Leiche. Am Montagabend stand nach der Obduktion fest, dass der Unbekannte erschossen wurde. Die Tatwaffe wurde bis dato noch nicht gefunden. Das Tiroler Landeskriminalamt geht davon aus, dass das Opfer in unmittelbarer Nähe zum Auffindungsort getötet worden ist. Als Tatzeit komme die Nacht von Sonntag auf Montag infrage.

„Es handelt sich hier sicher um keinen Verkehrsunfall“, konnte Walter Pupp, Leiter des Tiroler Landeskriminalamts, schon am Vormittag ausschließen, dass möglicherweise ein Fußgänger von einem Auto angefahren und von der Straße geschleudert wurde. „Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus“, sagte der Chef-Ermittler noch vor dem Bekanntwerden des Obduktionsergebnisses. Aufgrund der Lage der Leiche sei anzunehmen, dass jemand versucht hat, den Toten in die Eibergklamm, die neben der Straße verläuft, zu werfen.

Der dichte Baumbewuchs neben der B173 hat den Körper jedoch gestoppt. Die zufällig anwesende Straßenmeisterei hatte Polizei und Rettung alarmiert, nachdem sie vom Lkw-Fahrer auf den leblosen Körper hingewiesen wurde. Bei einer näheren Beschau durch Polizei und Gerichtsmediziner wurden die Vermutungen, dass der Tote Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, bestätigt.

Opfer ohne Ausweis

Für die Kriminalisten gilt es zunächst aber auch, die Identität des möglichen Mordopfers festzustellen. „Es handelt sich um einen Mann, der zwischen 25 und 30 Jahren alt sein dürfte“, sagte Pupp. Der Unbekannte hatte keine Ausweispapiere bei sich. Dem Aussehen des Toten nach zu schließen, könnte es sich um einen Ausländer bzw. um einen Tiroler mit Migrationshintergrund handeln.

Die Tatsache, dass das Opfer möglicherweise nicht aus Tirol stammt, erschwert die Arbeit der Polizei. „Aber wir sind es gewöhnt, immer wieder auch mit der deutschen Polizei zusammenzuarbeiten“, sagte Pupp. Auch wenn eine Leiche in der Tiroler Inntal-Furche auf der Strecke zwischen Italien und Deutschland gefunden wird, könne man sich zunächst nie sicher sein, woher der Tote kommt, erklärte Pupp.

Auch wenn die Straße viel befahren ist, gibt es links und rechts nur Wald und Felsen und keine Nachbarn in der Nähe. Dennoch hält es die Exekutive für möglich, dass wegen der exponierten Lage des Geländes Schüsse auch in weiterer Entfernung hörbar waren.
Die Polizei ruft mögliche Zeugen auf, Beobachtungen, die im Zusammenhang mit der Ablegung der Leiche gemacht wurden, umgehend an das Landeskriminalamt Tirol unter 059133/ 70 3333 zu melden.