Chronik | Österreich
05.11.2017

Liftpreise fast auf Schweizer Niveau

Skikarten werden in Österreich auch heuer teurer. Im Nachbarland sinken die Preise.

Für die Profis hat der Winter vergangenes Wochenende mit dem Weltcup-Auftakt in Sölden begonnen – zumindest für die Damen im Ski-Zirkus. Das Gletscher-Rennen der Herren wurde ja bekanntlich vom Sturm verblasen. "Das war ein verlorener Sonntag", sagt Söldens Bergbahnchef Jack Falkner, der aber ansonsten mit dem Start des Liftgeschäfts auf dem Ötztaler Gletscher zufrieden ist. "Es ist ganz gut angelaufen", sagt er.

Mehr als gut angelaufen ist es am Stubaier Gletscher. "Seit wir Mitte September gestartet sind, hat es mehrfach geschneit. Wir haben super Pistenverhältnisse und hatten die letzten Tage viel Sonnenschein. Was Besseres können wir uns nicht wünschen", sagt Seilbahndirektor Andreas Kleinlercher. Bis zu 9000 Menschen täglich wollten sich den frühen Skilauf nicht entgehen lassen.

Von einem "perfekten Start" spricht auch Norbert Karlsböck, Vorstandsdirektor der Kapruner Gletscherbahnen (Salzburg). Er rechnet mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von zehn Prozent. Ähnlich schätzt Karlsböck das Plus bei den verkauften Saisonkarten fürs Skigebiet am Kitzsteinhorn ein.

Mehr als 50 Euro/Tag

In knapp zwei Wochen geht auch abseits der Gletscher nach und nach die Ski-Gaudi los (siehe Infobox unten). Doch die Freude wird heuer wieder einmal durch die erneut gestiegenen Ticketpreise getrübt. In 28 heimischen Skigebieten müssen Erwachsene in der Hochsaison für eine Tageskarte bereits 50 Euro und mehr bezahlen. Spitzenreiter ist der Tiroler Nobel-Skiort Kitzbühel (siehe Grafik unten). Die Branche rechtfertigt die Preisentwicklung seit Jahren mit Investitionen in die Qualität. Allein im vergangenen Jahren waren es 710 Millionen Euro.

Gleichzeitig wurde stets gerne der Vergleich zur Schweiz bemüht, wo die Karten viel teurer wären, die Liftanlagen jedoch bei weitem nicht mit den heimischen mithalten könnten. Doch wie eine Auswertung des Skiurlaubsportals snowplaza.de zeigt, nähern sich die Ticket-Kosten-Niveaus der beiden Nachbarn zunehmend an.

Vier Prozent teurer

Die Tester haben sich die Entwicklung bei 6-Tages-Skipässen in 130 Skigebieten in den Alpen angesehen. In Österreich ziehen die Preise mit durchschnittlich vier Prozent Erhöhung deutlich an. In der Schweiz fallen die Preise jedoch in den beliebtesten Skigebieten teilweise um rund fünf Prozent. Einerseits ist das dem fallenden Franken-Kurs geschuldet. Viele Bergbahnen verzichten jedoch auch auf Erhöhungen der Kartenpreise.

In Sölden müssen Ski-Fahrer in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr für die Wochen-Karte statt 269 nun 285 Euro (+ 5,9 Prozent) bezahlen. Im Schweizer Skigebiet Arosa-Lenzerheide fällt der Preis indes von 304 auf 295 Euro (– 3 Prozent).

Andreas Steibl vom Tourismusverband im Tiroler Ischgl, das an die Schweiz grenzt, sieht das aber eher als Problem für die Nachbarn: "Die Schweizer sind unter Zugzwang. Aber wer den Wettbewerb über den Preis gewinnen will, bleibt langfristig auf der Strecke. Denn wenn die Wertschöpfung fehlt, bekommt man Probleme mit den Investitionen." Jahrelang hätten die Tiroler Touristiker neidvoll in die Schweiz hinübergeblickt. "Sie haben eine sehr gute Preispolitik betrieben und das mit sehr viele Selbstbewusstsein durchgezogen. Was sie jetzt machen, ist fast imageschädigend", sagt Steibl. Der sieht Tirol in puncto Qualität weit vor der Schweiz. "Dafür ist der Gast auch bereit, zu bezahlen", ist er überzeugt.

Als eines der wichtigsten Argumente nennt Steibl die Schneesicherheit im Ski-Bundesland Nummer eins. Die wird mit enormen Investitionen in die Beschneiung befeuert. Allein in Ischgl stehen 1100 Schneekanonen parat.

Tirol: Abseits der Gletscher ist Obergurgl im Ötztal eines der ersten größeren Skigebiete, das die Pisten öffnet: 16. November. Ischgl geht am 25. November wie immer mit einem Konzert in die Saison: heuer mit Schlagerstar Andrea Berg. Am 1. Dezember geht es in St. Anton am Arlberg los.

Salzburg: Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn startet am 1. Dezember.

Kärnten: Am Kärntner Nassfeld beginnt am 7. Dezember der Skiwinter. 30 Gäste können im Zuge eines Ö3-Gewinnspiels aber bereits am 6. Dezember wedeln.

Steiermark: Am 1. Dezember startet Schladming. Der WM-Park Planai wird dabei zum größten Dancefloor Österreichs.