Chronik | Österreich
01.08.2017

Letztes Airport-Geschäft macht den "Abflug"

Sinkende Passagierzahlen verantwortlich, Flughafen sucht gar keinen Nachfolger.

Gähnende Leere herrscht Montagmittag am Klagenfurter Flughafen. Lediglich zwölf Maschinen heben an diesem Tag ab oder landen, daher können die Stewardessen am Check-in getrost ein Schwätzchen halten. Nur wenige Meter von ihnen entfernt herrscht indes ungewohnte Betriebsamkeit. Dort räumt Dagmar Maria Simoner mit ein paar Helfern ihren Laden aus. Es ist das letzte Geschäft am Kärnten Airport – schließen muss sie es wegen der gesunkenen Frequenz.

Einen Duty-Free-Shop, ein paar Leihauto-Unternehmen, eine Trafik und ein kleines Bistro gibt es hier am Flughafen noch, das Restaurant hat bereits im Vorjahr den Betrieb eingestellt. Und mit 31. Juli 2017 endete auch der Pachtvertrag zwischen dem Airport und Frau Simoner. Elf Jahre lang hat sie im "Noreia"-Shop Geschenkartikel, exklusive Mode und Schmuck-Kollektionen verkauft. "Viele Produkte waren auf Kärnten getrimmt. Das Geschäft ist bei Einheimischen und Gästen gut gelaufen, sogar Modeschauen habe ich mitveranstaltet", erzählt sie von den Anfangsjahren, die sie als "Hochzeit" bezeichnet.

Die meisten Passagiere wurden in der Landeshauptstadt im Jahr 2005 transportiert – nämlich 522.697, freilich mit vom Land unter Landeshauptmann Jörg Haider subventionierten Billig-Airlines. Seitdem befindet sich die Destination im ständigen Sinkflug: Im Vorjahr wurden nur noch 193.709 Gäste abgefertigt. "Dieser Rückgang schlägt sich natürlich auch im Geschäft nieder. Bei all dem persönlichen Engagement musste ich die Sinnhaftigkeit hinterfragen. Immerhin habe ich sieben Tage pro Woche offen gehabt", erzählt Simoner.

Sie findet es "schade", dass es damit am Flughafen kein Geschäft mehr gibt. "Im Sinne des Airports habe ich sogar in einer Zeitung und auf Facebook einen Nachfolger gesucht. Niemand hat sich gemeldet", sagt Simoner, die nun einen anderen Lebensweg einschlagen und als Heilenergetikerin arbeiten will.

Der Flughafen selbst wurde bei der Suche nach einem Nachfolger übrigens nicht aktiv. "Eine neue Flächenbewirtschaftung wird geprüft, die Verwertung der Flächen werden wir mit dem neuen Miteigentümer des Flughafens besprechen", begründet Airport-Manager Max Schintlmeister das Zuwarten.

Konzept für die Zukunft

Er wird diese Funktion dann nicht mehr ausüben. Mit 1. September 2017 übernimmt der Deutsche Michael Kunz die Geschäftsführerposition. Die Ausschreibung für eine Teilprivatisierung des Kärnten Airports, der sich noch im Eigentum des Landes Kärnten und der Stadt Klagenfurt befindet, läuft bis Oktober. Laut Ausschreibung des Landes ist der Preis nicht alleinige Entscheidungsgrundlage. Ein künftiger Investor müsse auch ein Konzept für den Weiterbetrieb des Klagenfurter Flughafens vorlegen und neue Fluglinien nach Kärnten holen.