Lehrerin und Schule bedroht

FILE PHOTO: The WhatsApp messaging application is
Foto: REUTERS/Thomas White Nach schlechter Note stellte ein Schüler das Bild einer Pistole auf WhatsApp

Schüler am Zeugnistag außer Rand und Band. Gewerkschaft warnt: Gewalt explodiert.


Gleich zwei Fälle von gefährlicher Drohung ereigneten sich vergangenen Freitag an Berufsbildenden Höheren Schulen in Klagenfurt. Lehrergewerkschaft und Landesschulrat betonen, dass die Gewalt gegen Pädagogen extrem zugenommen habe.

Ungerecht behandelt fühlten sich offenbar zwei Berufsschüler, jeweils 17 Jahre alt, aber an unterschiedlichen Klagenfurter Bildungseinrichtungen. Ein Bursch, der mit seiner Beurteilung unzufrieden war, kommentierte die am Freitag in der Schulnachricht ausgewiesene Note in der klasseninternen WhatsApp-Gruppe mit einer Pistole. "Es handelte sich um eine Waffe, die der 17-jährige selbst gezeichnet hatte. Gemeint mit dieser Nachricht war offenbar die Lehrerin. Der Fall wird gerade untersucht, eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung gegen den jungen Mann bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt vorbereitet", berichtet Polizeisprecherin Waltraud Dullnigg.

"Päckchen vor Schule"

Auch in einer anderen Causa ist eine Sachverhaltsdarstellung zur Staatsanwaltschaft unterwegs. Diese beschäftigt sich mit der verbalen Entgleisung eines 17-jährigen Mädchens. "Die Schülerin hat gegenüber ihrem Klassenvorstand am Freitag eine gefährliche Drohung ausgesprochen, die die ganze Schule betrifft", sagt Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger. Sinngemäß habe das Mädchen, als sie von ihrer schlechten Beurteilung erfahren habe, gemeint: "Ihr werdet vor der Schule demnächst ein Päckchen finden. Und ihr werdet dann noch lange an meine Worte und an das Päckchen denken."

Gefunden wurde bislang zum Glück nichts. "Aber die Schülerin wurde – wie auch der 17-jährige Bursch – mit sofortiger Wirkung von der Schule suspendiert. Alles weitere obliegt der Polizei", sagt Altersberger.

Notrufsäulen

Diese Vorkommnisse seien nur die Spitze des Eisberges im Kärntner Schulwesen, führt der Landesschulratspräsident aus. "Die Dunkelziffer liegt weit höher. So wurde am Freitag ein Direktor von einem Elternteil bedroht, weil das Kind angeblich von einem Lehrer benachteiligt wird. Schüler und Lehrer werden immer aggressiver, es müssen Betretungsverbote gegen Eltern ausgesprochen werden", erklärt Altersberger. In einigen Kärntner Schulen würden bereits Vorbereitungen zur Installierung von Notrufsäulen laufen.Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Kärntner Pflichtschullehrer, Stefan Sandrieser, schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Gewalt gegen Lehrer endet nicht mehr in sozialen Netzwerken. Inzwischen stürmen Eltern in den Unterricht und beschimpfen die Pädagogen vor den Schülern. Und die verlieren jeden Respekt: Mir sind Fälle bekannt, wonach Kinder die Lehrer geschubst oder sogar geschlagen haben", erzählt Sandrieser.

(kurier) Erstellt am
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