Chronik | Österreich
04.01.2018

Lawinensituation in Tirol und Vorarlberg weiter heikel

In Vorarlberg dürfte am Nachmittag Stufe vier erreicht werden. In Tirol wurde diese Marke bereits erreicht.

Die Lawinensituation blieb in Vorarlberg auch am Donnerstag heikel. Zwar herrschte am Vormittag noch "erhebliche" Lawinengefahr der Stufe drei (auf der fünfteiligen Skala), am Nachmittag sollte aber aufgrund weiterer starker Niederschläge Stufe vier ("große Gefahr") erreicht werden. Experte Andreas Pecl vom Vorarlberger Lawinenwarndienst riet von Aktivitäten abseits gesicherter Pisten ab.

Gefahrenstellen befanden sich am Donnerstag vor allem oberhalb von 2.000 Meter bzw. der Waldgrenze, in windbeeinflusstem Steilgelände sowie in eingewehten Rinnen und Mulden. "Anzahl und Größe der Gefahrenstellen nehmen mit der Seehöhe und untertags zu", warnte Pecl. Aus stark eingewehten Hangzonen seien zunehmend Abgänge von spontanen Locker- und Schneebrettlawinen möglich.

Auch nach der prognostizierten Wetterberuhigung am Freitag ist auf die Lawinensituation zu achten. Die Lawinengefahr werde in höheren Lagen vorerst nur langsam abnehmen, so Pecl.

Stufe vier in Tirol

Auch die Lawinengefahr in Tirol ist von den Experten am Donnerstag als groß, also mit Stufe "4" der fünfteiligen Skala, eingestuft worden. Schneefall, Regen, Wind und steigende Temperaturen würden dafür sorgen, teilte der Lawinenwarndienst mit. Die Lawinensituation sei "verbreitet heikel", wurde gewarnt.

Vor allem im Westen des Landes herrsche eine kritische Situation. Im übrigen Land lag vorerst noch erhebliche Lawinengefahr vor, also Warnstufe "3", wobei die Gefahr am Nachmittag in einigen Regionen auch auf groß ansteigen werde.

Mit den neuerlich vorhergesagten Schneefällen, die im Westen nochmals bis zu 50 Zentimeter Neuschnee bzw. Regen unterhalb von etwa 2.000 Metern bringen sollen, erwarte man während des Tages spontane Lawinenabgänge, die mittelgroß, ganz im Westen auch groß werden können. Lawinen könnten bis in tiefere Schichten in allen Hangrichtungen brechen - in dem Sonnenschein ausgesetztem Gelände von etwa 2.300 Metern beginnend aufwärts, bevorzugt oberhalb von etwa 2.800 Metern, schattseitig von etwa 2.400 Metern beginnend. Oberflächennah warnte der Lawinenwarndienst vor spontanen Schneebrettlawinen auch in tieferen Höhenlagen.

Zudem bestehe durch den Regen die Gefahr von meist oberflächennahen Nassschneelawinen, zum Teil auch Gleitschneelawinen. Auch im übrigen Tirol seien mit einem Anstieg der Regengrenze samt Neuschnee und Wind vereinzelt spontane Lawinen zu erwarten, die allerdings maximal mittelgroß werden sollten. Unerfahrene Personen sollten heute unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben, appellierten die Experten.