Chronik | Österreich
24.01.2018

Lawinen: Situation in Tirol entspannt sich zusehends

Die Lawinengefahr wurde auf Stufe "drei" heruntergestuft.

(Update 12:50 - Lawinenwarnstufe in Obersteiermark von 4 auf 3 zurückgestuft)

Die Lawinensituation in Tirol entspannt sich zunehmend. Die Experten des Landes stuften die Gefahr am Mittwoch als "erheblich", also mit Stufe 3 der fünfteiligen Skala, ein. Unterhalb von 2.000 Metern herrschte verbreitet nur mehr "mäßige" Gefahr. Beinahe alle Straßen konnten noch am Dienstag wieder frei gegeben werden. Auch die Arlbergbahnstrecke soll ab Mittag wieder geöffnet werden.

Laut dem Lawinenwarndienst seien vor allem frische Triebschneeansammlungen noch störanfällig und können zumeist schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawine ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen aller Richtungen oberhalb von etwa 2.000 Metern. Die Gefahr von Selbstauslösungen trockener Lawinen hat abgenommen. Falls ausgelöste Lawinen aber bis in die Altschneedecke durchbrechen, können sie noch größere Ausmaße erreichen, hieß es.

Unterhalb von etwa 2.000 Metern muss im Tagesverlauf zunehmend auf Selbstauslösungen von Nassschneerutschen und Gleitschneelawinen geachtet werden. Die großen Neuschnee- und Triebschneeschichten würden sich zunehmend setzen und verfestigen, teilten die Experten mit. Auch die Verbindung mit der Altschneeoberfläche habe zugenommen.

Entspannung auch in NÖ

Die Lawinensituation hat sich am Mittwoch in Niederösterreich etwas entspannt. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Rax-Schneeberggebiet herrschte Stufe 3 (erheblich) der fünfteiligen Skala. In den übrigen Regionen wurde das Risiko als mäßig eingestuft. Die spontane Lawinenaktivität nehme zu, teilte der Warndienst Niederösterreich mit.

Die Gefahr von spontanen Lawinen verbreite sich mit der im Tagesverlauf zunehmenden Erwärmung und der Sonneneinstrahlung. Betroffen sind laut dem Warndienst vor allem südexponierte Hänge. In mittleren und tieferen Lagen nehme mit zunehmender Durchfeuchtung das Risiko von Nass- und Gleitschneelawinen zu. Spontane Lawinen können exponierte Verkehrs- und Wanderwege erreichen, wurde gewarnt.

Im Tourenbereich galt oberhalb der Waldgrenze der störanfällige Triebschnee - speziell an schattigen Stellen - als Hauptproblem. "Ein Schneebrett kann bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden", hieß es. Erfahrung und defensives Verhalten sei bei Unternehmungen im freien Gelände notwendig.

Für Donnerstag wurde überwiegend freundliches und sehr mildes Bergwetter prognostiziert. "Speziell in höhergelegenen Schattseiten bleibt die Lawinengefahr im Tourenbereich bestehen und darf nicht unterschätzt werden", wurde gewarnt.

Entspannung in der Obersteiermark

In weiten Teilen der Obersteiermark ist am Mittwoch die Lawinenwarnstufe von 4 (groß) auf 3 (erheblich) zurückgestuft worden, wie der Lawinenwarndienst mitteilte. Für das west- und das oststeirische Randgebirge lag die Warnstufe nun bei 2 (mäßig). Auf einigen Bergstraßen wie Feistritzsattel, Kaiserau, Triebener Tauern oder den Pötschenpass war noch Kettenpflicht für Lkw verhängt.

Vom Dachsteingebiet über die Berge nördlich der Enns, die Eisenerzer Alpen und das Mariazeller Land herrschte die dritthöchste Lawinenwarnstufe 3 (erheblich). Das galt auch für die Schladminger und Niederen Tauern, die Seetaler Alpen und die Nockberge. Während des Tages sei mit weiteren spontanen Lawinenabgängen zu rechnen. Es reiche laut Warndienst nach wie vor eine geringe Zusatzbelastung aus, um ein Schneebrett auszulösen. Wegen drohender Lawinen war laut ÖAMTC zwischen der Steiermark und OÖ die Laussastraße (L715) sowie die L719 zwischen der Ramsau und dem salzburgischen Filzmoos gesperrt. Unpassierbar war auch die Teichalmstraße (L355) zwischen Sommeralm und der Buckligen Lärche.