APA6955266 - 20022012 - ST. CHRISTOPH - ÖSTERREICH: ZU APA 133 CI - THEMENBILD - Illustration zum Thema "Lawinen, Lawinengefahr": Ein Lawinenwarnschild mit der Aufschrift "Lawinengefahr", aufgenommen am 14.03.2005 in St. Christoph, Arlberg (ARCHIVBILD). Die Risikobereitschaft der Skifahrer, im freien Gelände ihre Spuren zu ziehen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. APA-FOTO: BARBARA GINDL

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Tirol
01/08/2015

Lawinen: Situation immer noch heikel

Ein Toter bei Lawinenabgang im Zillertal am Mittwoch. Lawinensituation weiterhin gefährlich.

Auch am Donnerstag warnen die Lawinenexperten des Landes Tirol erneut vor der "heiklen" Lawinensituation oberhalb von 2.200 Metern gewarnt. Der vorhergesagte Neuschnee und stürmische Wind dürften in den nächsten Tagen für einen weiteren Anstieg sorgen. Auf der fünfteiligen Gefahrenskala wurde am Donnerstag der Wert "3", erheblich, erreicht.

Vor allem Triebschneeansammlungen der letzten Schneefall- und Sturmperiode seien immer noch störanfällig und könnten schon durch geringe Zusatzbelastung als Lawine ausgelöst werden. Vereinzelt sind auch Fernauslösungen möglich. Gefahrenstellen lägen in steilen Hängen aller Expositionen oberhalb 2.200 Metern. Skitouren und Variantenfahrten erforderten Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation.

Ausstrahlung inzwischen "etwas verfestigt". In der Nacht auf Freitag wurde mit neuen Niederschlägen und starken Winden gerechnet.

Liftarbeiter starb unter Lawine

Die brisante Lawinensituation hat am Mittwoch erneut ein Todesopfer gefordert. Zwei Mitarbeiter der Bergbahnen Hochfügen im Zillertal wurden am frühen Nachmittag unterhalb des Pfaffenbühels von einem Schneebrett erfasst und verschüttet. Einem der beiden Männer ist es noch gelungen, einen Notruf abzusetzen. Der 54-Jährige konnte unverletzt geborgen werden. Für seinen Kollegen, einen zweifachen Familienvater, kam jede Hilfe zu spät. Alle Wiederbelebungsversuche bei dem 49-Jährigen blieben erfolglos.

Die beiden Männer waren Mitglieder der Lawinenkommission. Sie wollten oberhalb einer Skipiste ein Schneeprofil erstellen, um die Lawinengefahr abschätzen zu können. Noch bevor sie beginnen konnten, lösten sich laut einem Sprecher der Bergbahnen die Schneemassen.
Der vom Wind verfrachtete Schnee und die hohen Temperaturen sorgen zur Zeit für „erhebliche“ Lawinengefahr (Warnstufe 3). Und die Wetterprognosen der kommenden fünf Tage verheißen keine Entspannung.

Im Gegenteil: Meteorologen sagen einen rasanten Temperaturanstieg auf frühlingshafte 18 Grad voraus; gefolgt von Stürmen mit 80 km/h und mehr. „An exponierten Stellen kann es nicht nur im Gebirge auch Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h geben“, sagt der Ubimet-Meteorologe Clemens Teutsch.

Auf das Frühlings-Intermezzo am Wochenende und das Sturm-Szenario folgt zu Wochenbeginn ein neuerlicher Kälteeinbruch – die Höchstwerte purzeln um etwa 20 Grad auf knapp unter null Grad.

Der Wärmeschub kündigt sich bundesweit bereits heute, Donnerstag, an. Der Tag startet mit Hochnebel und Sonnenfenstern. Unterhalb von 1000 Metern beginnt es von Vorarlberg bis ins Waldviertel zu regnen. In der Nacht auf Freitag liegt die Schneefallgrenze bei nur 700 Metern. Die Höchstwerte steigen auf sieben Grad.

Der Freitag beginnt in den Nordalpen mit Regen; ab etwa 800 Metern schneit es. Im Süden und Osten kämpft sich die Sonne durch die Wolkendecke. Mit bis zu zehn Grad ist es für das erste Jänner-Drittel viel zu warm.

Frühling im Winter

In der Nacht auf Samstag macht sich der Westwind bemerkbar. Sogar im Flachland muss mit Stürmen von 80  km/h gerechnet werden. „Wir stellen schon zwölf Stunden vorher die Ausbildungen ein, um im Ernstfall mehr Personal auf Stand-by zu haben“, sagt Michael Wagner, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr. Der Samstag selbst wird dann extrem warm: So erwarten Meteorologen etwa in der Thermenregion bis zu 18  Grad; an der Alpensüdseite wird es sonnig. Nur in einzelnen Alpentälern ist es deutlich kühler. Ab Montag wird es spürbar kälter.

Tote und Verletzte

Erst kürzlich haben Lawinen in Westösterreich Todesopfer und Verletzte gefordert. Im Ötztal starben am Montag zwei junge Nachwuchsskifahrer des US-Skiteams. In Vorarlberg wurde am Dienstag die Leiche eines Italieners geborgen, der am Vortag am Madrisajoch im Montafon eine große Lawine vermutlich selbst losgetreten hatte und verschüttet wurde. In Salzburg wurden am Dreikönigstag zwei Menschen verletzt. Einen Lawinentoten gab es auch in Südtirol.

Gefahr auch in Niederösterreich

In Niederösterreich herrschte am Mittwoch in den Ybbstaler Alpen, im Rax-Schneeberggebiet sowie in den Türnitzer Alpen erhebliche Lawinengefahr. In den übrigen Regionen - Gutensteiner Alpen und Semmering-Wechselgebiet - wurde die Gefahr als mäßig beurteilt. Die Situation soll sich laut Lawinenwarndienst nur am Donnerstag leicht entspannen. Ab Freitag werde die Schneebrettgefahr wieder ansteigen.

Gefahrenstellen seien vor allem mächtige Triebschneeansammlungen in Rinnen und Mulden, betonte der Lawinenwarndienst. Schneebretter könnten bereits durch geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Alpinisten ausgelöst werden.

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