Chronik | Österreich
28.11.2016

Lawine in Tirol: Brite verstarb in Hospital

Die zehnköpfige Tourengeher-Gruppe löste die Lawine laut Erhebungen selbst aus.

Ein Lawinenabgang in Obergurgl (Bez. Imst) im Verwalltal in Tirol vom Samstag hat ein zweites Todesopfer gefordert. Ein 40-jähriger Tourengeher aus Großbritannien verstarb am Sonntagabend in der Innsbrucker Klinik, teilte die Polizei mit. Bereits am Samstag hatte ein 22-jähriger Niederländer nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden können. Ein weiterer Verschütteter, ein 18-jähriger Niederländer, liegt ebenfalls mit schweren Verletzungen in der Klinik. Sein Zustand sei derzeit stabil, hieß es.

Schneebrett löste sich

Das Unglück hatte sich auf rund 3.000 Metern Höhe in der Gurgler-Gruppe im Gemeindegebiet von Sölden in felsdurchsetztem Gebiet ereignet. Die zehnköpfige Tourengeher-Gruppe befand sich im Aufstieg, als sich das Schneebrett löste. Die meisten von ihnen konnten sich selbst befreien, kamen mit leichten Verletzungen davon oder blieben unverletzt. Zwei von ihnen fuhren unmittelbar nach dem Lawinenabgang talwärts und alarmierten die Rettungskräfte.

Am Sonntag wurden durch die Alpinpolizei, zwei Sachverständige und den Lawinenwarndienst Tirol Erhebungen an der Unfallstelle geführt. Es wurde festgestellt, dass ein großer Teil der am Talende befindlichen Geländekammer als große Lawine abgegangen war. Laut Exekutive dürfte die zu diesem Zeitpunkt im flacheren Gelände befindliche Gruppe die Lawine selbst ausgelöst haben. Das Schneebrett ging auf einen Teil der Gruppe ab. Eine Beteiligung anderer Personen konnte ausgeschlossen werden. Die Lawine war 1.000 Meter lang und 600 bis 800 Meter breit. Weitere Erhebungen waren noch im Gange.