Kompromiss im Stadionstreit

Sollte das Landesverwaltungsgericht dem Abänderungsantrag zustimmen, wäre das Wörtherseestadion wieder für 30.000 Besucher nutzb… © Bild: /Josef Kuess

Stadt Klagenfurt erzielt Einigung mit den Anrainern. Abänderungsantrag wird eingereicht.

Ein geplatztes "Schlichtungsgespräch" muss nicht zwingend negative Folgen haben. Für gestern, Freitag, war ein neuerlicher "Stadiongipfel" zwischen der Stadt Klagenfurt und jenen sechs Anrainern, die erfolgreich die Baubewilligung des Oberrangs des Wörthersee-Ovals beeinsprucht hatten, geplant. Er fand aber nicht statt, weil bereits im Vorfeld eine Einigung in Sicht war.

Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) hatte dem Rechtsanwalt der Beschwerdeführer, Franz Unterasinger, einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Und erstmals ortet auch der Sprecher der Betroffenen eine Annäherung. "Ja, es schaut so aus, als könnten wir eine Einigung erzielen" sagt der Grazer Jurist.

Die Übereinkunft sieht folgendermaßen aus: Die Stadt setzt im Wörtherseestadion ein Limit von 20 Veranstaltungen mit mehr als 15.000 Besuchern pro Jahr. Bisher galt hier quasi keine Obergrenze. Von diesen 20 dürfen nur fünf sogenannten "multifunktionalen Charakter" haben: das betrifft Konzerte oder andere Veranstaltungen abseits des Sports.

100.000-Euro-Strafe

Diese multifunktionalen Events waren bisher mit 50 pro Jahr begrenzt. Motorspektakel wie das "Masters of Dirt" oder Feuerwerke werden nicht mehr stattfinden. Den Veranstaltern wird weiters ein Verkehrskonzept vorgeschrieben. "Außerdem wird die Lärmbelastung reduziert", sagt Mathiaschitz. Sollte es zu Verstößen gegen die Vereinbarung kommen, wird eine Pönale von 100.000 Euro vertraglich vereinbart.

Die Juristen der Stadt arbeiten derzeit ein Papier aus, das nächste Woche als Abänderungsantrag beim Landesverwaltungsgericht Kärnten eingebracht werden soll.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte im August das halbe Stadion zum "Schwarzbau" erklärt, weil für den Oberrang keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Sollte das nun mit der Causa befasste Landesverwaltungsgericht die Lösung in Form eines Abänderungsantrags gutheißen, hätten Stadt und Anrainer Rechtssicherheit. Juristen gehen davon aus, dass frühestens in einem halben Jahr mit einem Urteil zu rechnen ist. Inzwischen ist das Stadion nur eingeschränkt nutzbar.

( kurier.at ) Erstellt am 07.11.2015