Chronik | Österreich
26.12.2017

Hausbrand: Zwei Erwachsene, ein Kind tot geborgen

Nach zwei Erwachsenen wurde auch der vermisste Zweijährige tot aus der Bandruine geborgen.

Aus der Brandruine des weststeirischen Bergbauernhofs, der in der Früh des Stephanitags aus noch unbekannter Ursache in Flammen aufgegangen war, ist am frühen Nachmittag der Leichnam der zweiten vermissten Frau geborgen worden. Auch der Tod des zweijährigen Enkelsohns der Besitzerin des Anwesen wurde bestätigt. Der Leichnam des Kleinen wurde aus seinem Gitterbett geborgen. "Jetzt haben wir leider traurige Gewissheit", sagte ein Polizeisprecher.

Die sterblichen Überreste der drei Brandopfer wurden in das Gerichtsmedizinische Institut nach Graz zur Obduktion gebracht. Die Feuerwehr und die Brandermittlungsgruppe waren am Nachmittag noch am Ort des Geschehens in Graden bei Köflach. Die Einsatzkräfte führten noch Nachsicherungsarbeiten an der Brandruine durch. Die Suche nach der Ursache des Feuers soll am Mittwoch weitergehen.

Es war sechs Mitgliedern der Familie gelungen, sich ins Freie zu retten - der Tochter (29) der Besitzerin (70) des abgelegenen Hofes in Graden bei Köflach (Bezirk Voitsberg), deren Lebensgefährten (33) und deren vier Kinder im Alter zwischen acht und einem Jahr.

Schwere Löscharbeiten

Bei den beiden Toten handelt es sich wohl um die 70 Jahre alte Besitzerin des Gehöfts sowie um die Tochter (77) eines früheren Eigentümers des Anwesens. Diese hatte laut Polizei als Bedienstete für die neue Besitzerin gearbeitet und war zuletzt pflegebedürftig gewesen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, sagte ein Polizist. das Wasser musste im Pendelverkehr über eine schmale Bergstraße zu dem entlegenen Gehöft gebracht werden. Zur Ursache des Feuers konnte noch gar nichts gesagt werden. Die Brandgruppe des Landeskriminalamtes werde die Ermittlungen aufnehmen, sobald das Objekt gesichert sei und die sechs Überlebenden - zwei Erwachsene, vier Kinder - befragt werden könnten, hieß es auf APA-Anfrage. Diese werden vom Kriseninterventionsteam betreut.

Starke Rauchentwicklung

"Die Einsatzkräfte konnten noch nicht ins Innere der Brandruine vordringen, so haben wir noch nicht letzte Gewissheit", sagte Polizeisprecher Fritz Grundnig zur APA. Allerdings sehe es nicht gut aus, räumte der Polizist ein. Es herrschte am Vormittag noch starke Rauchentwicklung, die über 100 Feuerwehrleute bekämpften die Glutnester in der Brandruine von außen. "Ein vor dem aus Holz gebauten Wohnhaus geparktes Auto ist offenbar durch die Abstrahlhitze ebenfalls ausgebrannt", schilderte ein Augenzeuge. Aus dem abgebrannten Objekt ragten nur die beiden Kamine in die Höhe, die Holzkonstruktion war ins Innere des Hauses gestürzt. Am späten Vormittag wurde begonnen, den Brandschutt mit einem sogenannten Greifer zu entfernen.

Der Alarm war bei der Feuerwehr um 5.16 Uhr eingegangen, sofort waren mehrere Wehren zu dem abgelegenen Gehöft unterwegs - die Einheiten aus Bärnbach, Graden, Köflach, Maria Lankowitz, Piber, Salla und Voitsberg. Am Unglücksort war kein Löschwasser vorhanden, die Feuerwehren mussten einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen einrichten.