Chronik | Österreich
26.07.2017

Klagenfurt: Spekulation um Fraport-Einstieg

Alle Beteiligten schweigen zur Bestellung des neuen Klagenfurter Airport-Chefs.

Verwunderung macht sich breit in Klagenfurt. Warum bewirbt sich ein Manager von internationalem Ruf wie der Deutsche Michael Kunz überhaupt für den Geschäftsführer-Posten bei einen Airport, der im Jahr 2005 noch 522.697 Fluggäste abfertigte, 2016 aber nur noch 193.709? Und lässt der Zuschlag für den Bereichsleiter des Frankfurter Airports darauf schließen, dass Fraport Interesse an den zum Verkauf ausgeschriebenen Anteilen des Klagenfurter Flughafens hat? Die Beteiligten schweigen.

Michael Kunz leitet derzeit ein Team von Flughafenberatern und Managern im internationalen Geschäftsbereich der Fraport AG. Er verfügt über Erfahrung im Mittleren Osten sowie in Asien – in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Fusionen und Übernahmen von Flughäfen. Im September steigt er als Geschäftsführer in Klagenfurt ein.

"Ich bin nicht befugt, Auskunft über meine Motive zu geben", sagt Kunz. Auch bei Fraport hält man sich zu Spekulationen bedeckt: "Kein Kommentar", heißt es in der Pressestelle. Hans Schönegger, Vorstand der zuständigen Kärntner Beteiligungsverwaltung (KLB), sagt nichts: Er sei auf Urlaub, so seine SMS.

Laibach übernommen

Fraport ist die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens und weltweit an vielen Airports beteiligt. Den Flughafen Laibach hat man 2014 übernommen. Einen Zusammenhang zwischen der Kunz-Bestellung und einem möglichen Fraport-Einstieg kann sich Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) nicht vorstellen: "Er ist ein Manager mit exzellentem Ruf und war vor vielen Jahren in Klagenfurt Thema, als ich im Flughafen-Aufsichtsrat war. Nun ging er einstimmig als Bester von vier Kandidaten aus dem Hearing hervor", sagt Kaiser.

Auch der KLB-Aufsichtsratschef, Gilbert Isep, betont: "Da ist Null Zusammenhang." Ob Fraport Interesse an den Anteilen angemeldet hätte – die Ausschreibung läuft bis Oktober – wisse er nicht. Kunz’s Fünfjahresvertrag beinhalte jedoch eine Ausstiegsklausel: "Falls der neue Miteigentümer mit Kunz nicht einverstanden ist, kann man eine Vertragsauflösung erwirken."