In Kärnten konnten sich die Spitalsärzte und das Land nicht einigen (Symbolfoto).

© dapd/Joerg Koch

Kärnten
11/07/2014

Spitalsärzte lehnen Angebot des Landes ab

15-prozentige Erhöhung des Grundgehalts für Kammerpräsident "inakzeptabel" - Nun droht Arbeitskonflikt.

Die Kärntner Spitalsärzte haben bei einer Gesprächsrunde über ihre Gehaltsforderungen am Freitag das finanzielle Angebot des Landes von plus 15 Prozent auf die Grundgehälter abgelehnt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bedauerte die "starre Haltung" der Standesvertretung bei einem kurzfristig angesetzten Pressegespräch. Bleiben beide Seiten hart, droht ein Arbeitskonflikt.

Die Ärzte fordern eine Anhebung der Grundgehälter um 30 Prozent. Damit sollen die Einkommensverluste ausgeglichen werden, die durch die Reduzierung der Arbeitszeit von derzeit bis zu 72 Stunden auf 48 Stunden pro Woche entstehen würden. "Wir haben finanziell das absolute Maximum angeboten, mehr kann sich das Land angesichts der Situation und dem einzuhaltenden Stabilitätspakt einfach nicht leisten", sagte Kaiser. Die Mehrkosten bezifferte er mit 13,5 Millionen Euro pro Jahr, durchschnittlich würde jeder Mediziner rund 11.000 Euro brutto jährlich mehr bekommen. Man habe zudem zahlreiche flankierende Maßnahmen zur Attraktivierung des Berufs ausgearbeitet, der Gesprächspartner sei aber von der Maximalforderung nicht abgerückt.

Ärztekammerpräsident Josef Huber, er war vorerst nicht erreichbar, lehnte das Angebot des Landes laut Kaiser mit der Bemerkung ab, dies sei "inakzeptabel". Für den 13. November ist eine Ärztedemonstration angekündigt. Diese sei aber noch kein Streik, sagte Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ), denn sie werde in der Freizeit der Ärzte stattfinden. "Wir bleiben jederzeit verhandlungsbereit", betonten Kaiser und Prettner unisono. Man werde auch die angekündigte Protestdelegation am kommenden Donnerstag selbstverständlich empfangen.

Prettner erklärte, man sei bei aller Gesprächsbereitschaft trotzdem auch dabei, Pläne zu erstellen, wie die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt, falls die Spitalsärzte ihre Drohung wahr machen und ab 1. Jänner nur noch 48 Wochenstunden zu arbeiten bereit sind. Der Vorstand der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg, Arnold Gabriel, sagte, es gebe bereits am Montag eine Gesprächsrunde mit den Direktorien aller fünf Kabeg-Spitäler, bei der man sich mit allen möglichen Szenarien auseinandersetzen werde.

Im Gegensatz zur Kärnten hat es in der Steiermark eine entsprechende Einigung gegeben.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.