Das Duell im Wald

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Radler kommen oft Waldbesitzern, Jägern und Wanderern in die Quere.

Das milde Wetter lockt die Mountainbiker wieder in die Wälder. Doch nicht jeder bringt Verständnis für die Radsportler auf. Einige Jäger, Förster und auch Private fühlen sich von den Gästen im Wald gestört.

So auch im Gemeindegebiet von Mödling. Am Anninger setzt man auf Prävention. Zum Saisonstart werden an den Treffpunkten der Radler Informationskampagnen gestartet. Durch Gespräche möchte man die Biker auf wichtige Verhaltensregeln hinweisen. In dem stark frequentierten Wandergebiet sorgt man sich primär um die Sicherheit der Fußgänger. Deshalb ist auch nur die Anninger Forststraße für Mountainbiker freigegeben.

"Das ist den Hardcore-Fahrern jedoch zu wenig," erklärt Mödlings Umweltreferentin Ulla-Petra Freilinger: "Die meisten, die zum Mountainbiken kommen, sind Wiener. Sie suchen den ,Kick‘ und fahren daher auf den Nebenwegen, im Gelände und bauen Holzrampen."

In anderen Gebieten steht vermehrt der Schutz des Wildes im Vordergrund. Der Geschäftsführer des nö. Landesjagdverbandes, Peter Lebersorger, erklärt: "Radfahren zu jeder Tages- und Nachtzeit stört das Wild. Mountainbiker haben einen großen Bewegungsradius. Sie fahren mit hohem Tempo. Dadurch werden die Tiere aufgescheucht."

Oft kommt es zu Konflikten zwischen Radfahrern und Jagdpächtern, so wie im September 2013 in Lilienfeld. Hier fühlte sich ein Jäger durch vier Mountainbiker in seinem Gebiet provoziert. Es kam zu einer Anzeige. Als Protest wurde eine Online-Petition "Straffreiheit für die Mountainbiker am Muckenkogel" gestartet.

Gesetzeslage

Grundsätzlich besagt das österreichische Forstgesetz von 1975, dass der Wald zu Erholungszwecken von jedem betreten werden darf. Radfahren und Reiten jedoch sind nur mit Erlaubnis des Waldeigentümers oder Forststraßenerhalters gestattet. Peter Lebersorger erklärt: "Mountainbiker dürfen nur auf den markierten, offiziell zugelassenen Wegen fahren. Andernfalls muss das Rad geschoben werden." Fährt man also unerlaubt auf nicht zugelassenen Wegen, können Besitzstörungs- oder Unterlassungsklagen folgen.

Problematisch sind jene Grauzonen, in denen keine einheitliche Beschilderung und somit Unklarheit herrscht. Viktor Casny, Mountainbike-Leiter des Österreichischen Radsportverbandes meint: "Leider gibt es Mountainbiker, Wanderer und auch Jäger, die sich nicht an die Regeln halten."

Grundsätzlich gilt: "Das richtige Verhalten in der Natur ist wichtig für ein konfliktfreies Miteinander!"

Mountainbikeregeln

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Erstellt am 15.03.2014