Chronik | Österreich
21.06.2017

Ironman: Bescheid für Radkurs fehlt

Haftungsfrage verzögert Bewilligung für Event am 2. Juli. Umgang mit 150 Fahrbahnschäden offen.

"Alles oder nichts", lautet das Motto jener 3000 Triathleten, die am 2. Juli in Klagenfurt den Ironman Austria in Angriff nehmen wollen. Nur wer alle drei Bewerbe – 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen – bewältigt, darf sich als "Finisher" und "eiserner" Sportler feiern lassen. Allerdings fehlt wenige Tage vor dem Event noch der behördliche Bescheid für das Radrennen – der Rundkurs weist an 150 Stellen Fahrbahnschäden auf.

Bekanntlich ticken die Uhren in Kärnten anders, seit die Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt nach dem Sturz eines Hobbysportlers beim Bad Kleinkirchheimer Radmarathon 2016 Ermittlungen eingeleitet hat. Ein Gutachter ortete einen Zusammenhang zwischen einem Riss auf der Fahrbahn der Innerkremser Landstraße und dem Unfall, der einen 30-jährigen mit Querschnittlähmung in den Rollstuhl zwang. Ein Vorhabensbericht der StA Klagenfurt liegt nun bei der Oberstaatsanwaltschaft Graz, die über das weitere juristische Vorgehen zu entscheiden hat. Im Visier der StA stehen der Veranstalter, zwei Streckenposten und jener Landesbeamte, der den Bescheid zur Durchführung der Veranstaltung erstellt hatte.

Derselbe Beamte am Zug

Letzterer ist ident mit jenem Mann, der nun die straßenpolizeiliche Bewilligung für den Ironman erstellt. "Man wird verstehen, dass ich mir jeden Buchstaben drei Mal anschaue. Der Bescheid wird heuer inclusive Beilagen auf ein 40-Seiten-Machwerk anwachsen, aber rechtzeitig ergehen. Es gibt noch einige Kleinigkeiten, die wir mit dem Veranstalter besprechen müssen", sagt der Landesbedienstete im KURIER-Gespräch. Bei den Kleinigkeiten handelt es sich um Fahrbahnschäden, die bei jeder anderen Veranstaltung wohl kein Thema wären, von den Ironman-Offiziellen jedoch heuer penibel aufgezeigt wurden. Und es geht um die Fragen, wer haftet, wenn dort etwas passiert, wie man sie markiert sowie wo warnende Streckenposten platziert werden sollen.

In den vergangenen Wochen sind Vertreter der Behörde und des Veranstalters gemeinsam die 90 Kilometer lange Radstrecke abgefahren und haben jeden Riss, jedes Schlagloch, jede Unebenheit dokumentiert – rund 500 Fahrbahnschäden, die den Sturz eines Sportlers nach sich ziehen könnten. In der Folge flossen fast 200.000 Euro aus Landesmitteln in Sanierungsarbeiten. "Rund 150 kleinere Schäden dürften bleiben. Die stellen zwar laut Experten keine Gefahr für die Sportler da, aber man weiß ja nie", regiert bei Ironman-Renndirektor Erwin Dokter die Vorsicht.

Markierung der Risse angedacht

Dokter ( Bild) hat am Donnerstag einen Termin bei der Behörde, um die Knackpunkte zu diskutieren. "Ich gehe davon aus, dass wir den Bescheid noch diese Woche erhalten. Ideal wäre es sicher ein halbes Jahr vor der Veranstaltung, aber seit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben alle Angst vor Querelen. Geplant ist, die 150 schadhaften Stellen mit gelber oder oranger Leuchtfarbe zu markieren und so für die Radfahrer sichtbar zu machen. Somit wären wir als Veranstalter aus dem Schneider, falls dort ein Unfall passiert", betont Dokter. Um dann hinzuzufügen, dass es einen solchen Aufwand und Behördenslalom nur in Kärnten gebe. Der Klagenfurter fungiert auch als Ironman-Chef in Südafrika und im Mittleren Osten.