Zwei Unbekannte haben bei einer Innsbrucker Geldtransporterfirma Samstagabend einen Bargeldbetrag in Millionenhöhe erbeutet.

© /LPD Tirol

Innsbruck
12/22/2014

Sicherheitsfirma erneut Opfer

Im Februar wurde Geldtransporter filmreif ausgeraubt, nun auch die Zentrale der Firma.

von Christian Willim

Es sind filmreife Szenen: Samstagabend fährt ein Skoda Octavia in die Tiefgarage der Geldtransportfirma C3 Logistik GmbH in Innsbruck. Als das Tor zu ist, steigen zwei Maskierte aus und setzen die Überwachungskameras mit einer Sprühdose außer Gefecht. Die Räuber besitzen nicht nur einen Garagenschlüssel, sondern auch Codes für die Tresore. Sie erbeuten innerhalb von 20 Minuten einen Millionenbetrag und machen sich unerkannt aus dem Staub. Die Tat wird erst am nächsten Tag entdeckt.Die Einbrecher dürften auch darüber Bescheid gewusst haben, in welchem Zeitfenster keine Geldtransporter in die Zentrale kommen. Die Kennzeichen an ihrem Auto waren gestohlen.

Räuber in „Zivilstreife“

„Im Februar dieses Jahres ist bereits ein Geldtransporter dieser Firma ausgeraubt worden“, bestätigt Katja Tersch vom Landeskriminalamt Tirol auf KURIER-Anfrage. Auch dieser Coup lief wie in einem Hollywood-Film ab: Der Fahrer des Transporters wird von einer vermeintlichen Zivilstreife bei Hall auf einen Autobahnparkplatz gelotst. Im Heck des Wagens leuchtete der Schriftzug „Polizei bitte folgen“. Drei Männer überfallen den Chauffeur mit vorgehaltener Waffe und lassen ihn gefesselt zurück. Die Räuber entkommen mit dem Geldtransporter, den sie später leergeräumt zurücklassen. Die Beute ist beträchtlich.

In beiden Fällen fehlt jede Spur zu den Tätern. „Es gibt keine Hinweise, dass die beiden Straftaten zusammenhängen“, sagt Tersch. Eines scheint für die Ermittler bei dem jüngsten Coup jedoch bereits auf der Hand zu liegen. Die Einbrecher dürften über Insiderwissen verfügt haben. „Das hat man auch daran gesehen, wie sie sich am Tatort bewegt haben“, erklärt die LKA-Beamtin. Bei den Tätern scheint es sich um Profis zu handeln. „Sie sind sehr zielstrebig vorgegangen.“ Für die Kriminalisten steht nun die Befragung der zahlreichen Mitarbeiter des Unternehmens, das keine Stellungnahme zu den Vorfällen abgeben wollte, im Vordergrund. Bei der Suche nach dem Insider werden auch ehemalige Angestellte ins Visier genommen.

Kreis der Verdächtigen

Wie groß der Kreis jener Bediensteten ist, die Zugang zum Garagenschlüssel bzw. zu den Codes für die elektronisch gesicherten Tresore in der Zentrale haben, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. Die Exekutive hofft indes auf Hinweise aus der Bevölkerung. Außerdem läuft die Suche nach dem Täterfahrzeug, von dem bislang wie auch von den Einbrechern jede Spur fehlt. Über die Diebe können die Ermittler trotz der Videoaufnahmen nur wenig berichten. „Sie waren sehr gut maskiert“, sagt LKA-Beamtin Tersch. Von Statur und Größe her, wäre nicht einmal mit Sicherheit zu sagen, ob es sich um Männer handelt.

Was den Überfall auf den Geldtransporter im Februar betrifft, gab es seinerzeit hingegen sehr wohl eine Beschreibung. Die Männer sprachen demnach Tiroler Dialekt. Von einem der Täter konnte die Polizei sogar ein Phantombild veröffentlichen. Eine konkrete Spur gibt es aber bis heute nicht.

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