Chronik | Österreich
12.12.2017

Innsbruck: Schüsse bei zwei Überfällen auf Supermärkte

Modus Operandi laut Polizei sehr ähnlich. Kurze Geiselnahme bei erstem Überfall. Die Fahndung läuft, der Täter ist weiter flüchtig.

Bei zwei Überfällen auf Innsbrucker Supermärkte unmittelbar hintereinander sind Montagabend Schüsse gefallen. Derzeit geht man davon aus, dass es sich um ein- und denselben Täter handelt. Nach bisherigem Ermittlungsstand verwendete der Gesuchte eine Schreckschusswaffe, beim ersten Überfall habe er laut LKA für wenige Minuten eine Geisel genommen.

Laut Polizei wurde niemand verletzt. Zeugen, die sich während den Taten in den gut besuchten Geschäften befunden hatten, waren aber zum Teil schwer geschockt. Die Fahndung war nach wie vor im Gang.

"Der Modus Operandi ist in beiden Fällen sehr ähnlich", begründet ein Polizeisprecher gegenüber der APA die Vermutung, dass es sich bei den Überfällen um den selben Täter handelt. Zudem befinden sich die Tatorte in relativer Nähe zueinander. Ob es bei dem zweiten Überfall ebenfalls zu einer Schussabgabe gekommen ist, sei noch nicht restlos geklärt.

"Die Zeugen sind zum Teil schwer geschockt", erklärte der Beamte. Einige mussten vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Die Befragungen würden sich dementsprechend schwierig gestalten.

Beim ersten Überfall war der Täter gegen 19.15 Uhr in den Supermarkt in einem Einkaufszentrum in Hötting im Westen Innsbrucks gestürmt. Er bedrohte zunächst die Kassierin und gab dann einen Schuss mit der Faustfeuerwaffe ab. Anschließend machte er sich mit einem Geldbetrag in unbekannter Höhe aus dem Staub. Bei diesem Überfall habe der Gesuchte auch kurzfristig eine Kassierin als Geisel genommen und sie genötigt, mit ihm in die Tiefgarage zu gehen. Die Frau sei dann aber nach ein paar Minuten wieder freigelassen worden.

Unmittelbar danach stürmte ein bewaffneter Mann in einen Supermarkt am Fürstenweg, gab vermutlich ebenfalls einen Schuss ab und floh danach. Laut Zeugen soll der Täter - gleichlautend mit Beschreibungen durch Zeugen des ersten Überfalls - mit einer dunklen Jacke, einer dunklen Sturmhaube und Sportschuhen bekleidet gewesen sein.

Fahndung ergebnislos

Die Fahndung lief in den Abendstunden noch auf Hochtouren, blieb vorerst aber ergebnislos. Die Ermittler waren zudem mit der Spurensicherung und der Auswertung der Bilder der Überwachungskamera beschäftigt.

Notlager für Betroffene

Laut Angaben des Roten Kreuzes wurde in den Räumlichkeiten einer Schule in den Abendstunden ein Notlager eingerichtet. Dort betreuten Spezialisten der Krisenintervention rund 35 Betroffene. Die Opfer standen teilweise unter Schock. Auf Wunsch könnten sie sich auch noch in den kommenden Tagen an die Experten wenden, erklärte Bezirksrettungskommandant Christian Schneider.