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Chronik Österreich
03/06/2014

Initiative gegen tödliche Kinderunfälle

Pro Jahr sterben im Schnitt 28 Kinder bei Unfällen. "Vision Zero 2020" will die Zahl bis 2020 auf Null senken.

Durchschnittlich alle zwei Wochen stirbt in Österreich ein Kind bei einem Unfall, alle drei Minuten wird eines verletzt. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), die AUVA und der Verein "Große schützen Kleine" starten daher eine Initiative gegen Kinderunfälle. "Unser Ziel ist es, bis 2020 kein getötetes Kind mehr durch einen Unfall zu haben", sagte Othmar Thann, Direktor des KFV.

Die Initiative "Vision Zero 2020" wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt. Im Schnitt werden jährlich 164.000 Kinder bei Unfällen verletzt, 28 sterben. Unter dem Motto "Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle" sollen mit Aktionen und Informationen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten gesteigert und Kinderunfälle durch Prävention verhindert werden. Das KFV widmet 2014 jeden Monat einem speziellen Unfallschwerpunkt, der über Risiken und Sicherheitsmaßnahmen aufklärt.

Insgesamt 77 Kinder bis 14 Jahre starben von 2010 bis 2012 bei Unfällen. 33 Kinder verunglückten tödlich bei Verkehrsunfällen, hauptsächlich als Pkw-Insassen oder Fußgänger. Laut einer Studie des Vereins "Große schützen Kleine" können Kinder erst mit zehn bis zwölf Jahren eine Verkehrssituation - ob sie gefährlich oder ungefährlich ist - richtig einschätzen.

75 Prozent der Unfälle geschehen zu Hause

Der Großteil der Kinder - insgesamt 44 - starb allerdings nicht auf der Straße. Zwölf Kinder ertranken, je acht kamen bei Stürzen aus der Höhe - hauptsächlich aus Fenstern - oder durch Einklemmen ums Leben. Rund 75 Prozent der Unfälle geschehen zu Hause oder in der Freizeit. "Das entspricht rund 121.000 Kindern pro Jahr", sagte Michael Höllwarth, Präsident des Vereins "Große schützen Kleine". "Wir wollen nicht jeden Unfall im Kindesalter verhindern", erläuterte Höllwarth. Dies wäre "nicht sinnhaft, denn Unfälle gehören in einer gewissen Weise zur Erfahrung dazu". "Es ist kein Beinbruch, wenn sich ein Kind einmal einen Arm bricht", sagte der Vereinspräsident. Allerdings müssten die "schweren und tödlichen Unfälle" vermieden werden.

Unfallverhütung

Insgesamt gibt es laut Höllwarth hierfür zwei Arten der Unfallverhütung: einerseits jener, die vollständig vermieden werden können und die sich meist im Wohnbereich ereignen. Diese können "zu 100 Prozent mit sehr wenig Geld verhindert werden", so Höllwarth. Hierfür brauche es beispielsweise "kindersichere Haushalte mit sicheren Kastln, Herdplatten und Steckdosen", erklärte Thann. Auch Fenstersicherungen können Unfälle vermeiden, "es ist unnötig, wenn hier ein Kind schwer verletzt oder getötet wird", sagte der Direktor des KFV.

Als zweites nannte Höllwarth Unfälle, die nicht verhindert, aber bei denen die Verletzungsschwere reduziert werden kann; beispielsweise durch das Helmtragen beim Radfahren, das für Kinder bis zwölf Jahren seit 2011 verpflichtend ist. Bereits ein Jahr nach der Einführung trugen 86 Prozent der unter Zwölfjährigen beim Radfahren einen Helm, dadurch wurden rund 100 Kopfverletzungen verhindert.

"Seit dem Jahr 2002 ist die Anzahl der tödlichen Kinderunfälle in Österreich beinahe um die Hälfte zurückgegangen", sagte Renate Römer, Obfrau der AUVA. Unfallprävention beginne bei den Kleinsten. "Unser großer Appell geht an die Eltern und Großeltern durch ihre Vorbildwirkung, Kindern richtiges Verhalten beizubringen", sagte Römer.

Beispiel Deutschlandsberg

Wie Unfallzahlen bei Kindern gesenkt werden können, zeigt auch ein Projekt von "Große schützen Kleine" im steirischen Bezirk Deutschlandsberg. Hier wurde innerhalb von vier Jahren die Zahl der Kinderunfälle um 16 Prozent reduziert, erläuterte Höllwarth. "Kein getötetes Kind mehr bis 2020 ist leicht erreichbar", war Thann überzeugt. Zudem soll in den nächsten sechs Jahren die Zahl der Gesamtunfälle um ein Fünftel verringert werden, so das Ziel der Initiative.

Kuratorium für Verkehrssicherheit

AUVA

Große schützen Kleine

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