Chronik | Österreich
28.09.2017

Illegale Flick-Mauer wurde abgerissen

Milliardärsfamilie lenkt ein, ein Lattenzaun gewährt jetzt Einblicke

Auf Einsprüche und den Faktor Zeit setzte die Milliardärsfamilie Flick eineinhalb Jahre lang im Streit um eine ohne Baubewilligung errichtete Mauer. Nun wurde die Grundstückbegrenzung abgetragen und ein Lattenzaun errichtet, der Passanten sogar einen Einblick ins Refugium der Flicks gewährt.

30 Meter lang und fast zwei Meter hoch war jenes Bauwerk, das Ingrid Flick im Frühjahr 2016 an ihrem Grundstück im Kärntner Dellach am Wörthersee errichten ließ und die reiche Familie von der Süduferstraße sowie von neugierigen Blicken abschottete. Bei der Wand handelte es sich allerdings um einen Schwarzbau, wie die zuständige Gemeinde Maria Wörth rasch feststellte.

Bewilligt worden war nur ein kurzes Mauerwerk als Teil eines Bootshauses – nie ein Sichtschutz, der Passanten den Blick auf den See verwehrte. Es folgte der Erlass eines sogenannten "Wiederherstellungsbescheides" (Aufforderung zum Abriss) der Gemeinde, der von den Flicks jedoch sofort beeinsprucht wurde. Dieser Einspruch wiederum hatte aufschiebende Wirkung auf den Wiederherstellungsbescheid, weshalb die Mauer bis vor wenigen Tagen unangetastet blieb.

Bescheid erfüllt

Im Frühjahr zeichnete sich wohl ein Kompromiss zwischen den Streitparteien ab, als die Gemeinde und ihre prominenten Einwohner gemeinsam mit einem Architekten nach einer neuen Abgrenzungsvariante suchten. Wie der neue Sichtschutz aussehen könnte und wann die Umsetzung stattfinden würde, stand jedoch in den Sternen. Insofern waren sogar die Behörden überrascht, als nun, – nach Beendigung des bis 15. September am See geltenden Bauverbots – Arbeiter anrückten. "Seit Wochenbeginn wird tatsächlich gearbeitet. Wir sind froh, dass diese leidige Sache ein Ende findet", sagt Maria Wörths Bürgermeister Markus Perdacher ( ÖVP). "Die beanstandete Mauer wurde im Auftrag der Flicks bereits abgerissen. Daher kann der Wiederherstellungsbescheid als erfüllt betrachtet werden", teilt Maria Wörths Baureferent Robert Schmidhofer (Bürgerliste) mit. Auch eine nicht bewilligte Mauer, die an ein Carport anschließe, sei entfernt worden.

Lattenzaun entsteht

Die Neugestaltung der straßenseitigen Grundstücksbegrenzung hat ebenfalls begonnen. "Sie umfasst eine Verkürzung der bestehenden Mauer auf einen Sockel von einem halben Meter, auf den ein Lattenzaun – ausgeführt in Lärchenholz – aufgesetzt wird, sodass die Höhe mit rund 1,60 Metern gegenüber der ursprünglichen Mauer gleich bleibt", heißt es seitens der Flickschen Hausverwaltung. Die Arbeiten würden zügig vorangehen und sollten Anfang Oktober abgeschlossen sein.