Chronik | Österreich
27.03.2013

Hotel "Badeschloss" wurde angezündet

Der Dachstuhl des leer stehenden Hotels fing Feuer. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

Der Dachstuhl des leer stehenden Hotels fing Feuer / Ermittler des Landeskriminalamtes gehen von Brandstiftung aus Es war um 5.39 Uhr, als bei der Feuerwehr Bad Gastein ein Notruf einging: „Das Badeschloss brennt!“ Aus anfangs noch ungeklärter Ursache hatte der Dachstuhl des leer stehenden Hotels mitten im historischen Zentrum des Kur- und Fremdenverkehrsortes Feuer gefangen. 100 Feuerwehrmänner aus fünf Gemeinden waren mit 25 Fahrzeugen im Einsatz. Die Einsatzkräfte versuchten, das Übergreifen der Flammen auf das gesamte Gebäude zu verhindern. Erst am Nachmittag konnte man „Brand aus“ melden. Verletzt wurde niemand, die Altstadt musste aber großräumig abgesperrt werden.

Der Brand am Mittwoch war wohl das letzte Kapitel in der Geschichte des einst so ruhmreichen Hauses. Das Badeschloss wurde 1794 im Auftrag von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo als öffentliches Kurhaus erbaut. Auch der deutsche Kaiser Wilhelm I. war treuer Gast des „Badeschlosses“.

Zwischen 1999 und 2005 erwarb der Wiener Immobilienmakler Franz Duval mehrere denkmalgeschütze Gebäude im Zentrum Bad Gasteins – darunter auch das „Badeschloss“. Duval versprach Investitionen, doch entgegen seiner Zusagen stehen die Gebäude leer und verfallen; im „Badeschloss“ ist auch der Strom abgeschaltet.

„Wir gehen von Brandstiftung aus“, sagte eine Polizeisprecherin dem KURIER. Laut Spurensicherung soll der Täter ein Fenster in der Nähe des Einganges eingeschlagen haben und durch dieses in das Gebäude eingestiegen sein. Bereits im Bereich der Eingangshalle wurde an mehreren Stellen versucht, Feuer zu entfachen. Im Dachgeschoß steckte der derzeit Unbekannte dann herumliegende Gegenstände wie alte Bettwäsche und Holzmöbel in Brand. Dieses Feuer breitete sich rasch aus.

Bilder vom Brand

Großbrand im historischen Zentrum von Badgastein

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