Chronik | Österreich
05.10.2017

Holländische Familie in Innsbruck wegen Drogenhandel vor Gericht

Ein Ehepaar, der Sohn des Mannes und dessen Großmutter sollen Kokain und Cannabis nach Tirol geschmuggelt und verkauft haben.

Eine niederländische Familie - ein Ehepaar, der Sohn des Mannes und dessen Großmutter - hat sich am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen Schmuggel und Verkauf von Kokain und Cannabis verantworten müssen. Das Suchtgift soll unter anderem in ihrem eigenen Lokal verkauft worden sein.

Im Rahmen des Prozesses bekannten sich drei der vier Angeklagten schuldig im Sinne der Anklage. Der 14-jährige Sohn des Erstangeklagten war nicht zur Verhandlung erschienen. Er sei in den Niederlanden in "psychologischer Betreuung" und "schulmäßig unabkömmlich", wie sein Verteidiger bei der Gerichtsverhandlung anmerkte. Als Gründe für den Schmuggel und den Verkauf der Drogen in Tirol gaben Ehemann und Ehefrau unisono "finanzielle Gründe" an. Ihre Bar sei anfänglich nicht gut gelaufen.

Einer der Angeklagten, der Ehemann, soll zwischen Mitte 2015 und April 2017 über 3,9 Kilogramm Kokain und rund 1,2 Kilogramm Cannabis selbst nach Tirol eingeführt oder die Einfuhr zumindest in Auftrag gegeben haben. Eine weitere der vier Beschuldigten, die Mutter des besagten Mannes, ist wiederum in Verdacht in dessen Auftrag im Zeitraum von Anfang 2016 bis Mai 2017 insgesamt 2,9 Kilogramm Kokain von den Niederlanden nach Tirol gebracht zu haben.

Die Lebensgefährtin des ersten Angeklagten und der Sohn des Mannes sollen die eingeführten Drogen dann gewinnbringend verkauft haben. Am 24. Mai wurde die Großmutter bei einer Rückreise aus den Niederlanden verhaftet, wenig später folgte die Festnahme der restlichen Familienmitglieder.