Abgedecktes Hausdach in Annaberg

© /Pressefoto Pongau

Unwetter
07/12/2016

Hitze endet mit heftigen Unwettern

Muren verlegten mehrere Straßen. Weitere Unwetter bis Donnerstag erwartet.

Die Hitze der vergangenen Tage ist mit heftigen Unwettern zu Ende gegangen. Dienstagnachmittag sorgten über die Ufer getretene Bäche, Murenabgänge und entwurzelte Bäume für zahlreiche Feuerwehreinsätze in Oberkärnten. Eine Wetterfront mit Sturmböen und Starkregen hielt in der Steiermark mehr als 500 Einsatzkräfte auf Trab. Besonders betroffen war der Norden von Graz, wo Straßen und Wiesen überschwemmt wurden.

Schon tags davor verursachten heftige Gewitter Verwüstungen. Der Wetterdienstleister Ubimet registrierte am Montag rund 70.000 Blitze und Niederschläge bis zu 60 Liter pro Quadratmeter.

Niederösterreich

Heftige Unwetter sind am Dienstagnachmittag über Teile Niederösterreichs hereingebrochen. Nach Angaben von NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger gebe es bisher 32 Einsätze in den Bezirken Neunkirchen, Wiener Neustadt und Mödling. Gewitterzellen von Schwarzau bis Payerbach führten im Bezirk Neunkirchen zu kleinräumigen Überflutungen, Bäume stürzten auf Straßen, einige Keller standen unter Wasser. Im Triestingtal wurde die B21 teilweise überschwemmt. Im Raum Mödling rückten die Helfer u.a. in Laxenburg, Münchendorf, Wiener Neudorf, Sittendorf und Gumpoldskirchen zur Beseitigung von Unwetterschäden aus.

Auch im Waldviertel wandte sich eine Anruferin an die Feuerwehr: Sie saß mit ihrem Wagen samt drei Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren in Frauenhofen (Bezirk Horn) in einer überfluteten Unterführung an der B2 fest. Nach Schilderungen des Einsatzleiters seien die Kinder total verängstigt gewesen. Feuerwehrkräfte zogen das Auto, das rund 60 Zentimeter im Wasser stand, aus der Unterführung.

Salzburg

Im Salzburger Pongau erreichten die Windgeschwindigkeiten 90 Stundenkilometer. Wegen Überschwemmungen, Murenabgängen und umgeknickten Bäumen mussten Feuerwehrleute vielerorts Nachtschichten einlegen. In Salzburg waren 300 Feuerwehrleute im Einsatz, wie das Landesfeuerwehrkommando in der Nacht auf Dienstag mitteilte, betroffen war vor allem der Pongau. Im obersteirischen Paltental rückten 100 Feuerwehrleute aus, die Triebener Straße (B114) wurde wegen Murengefahr gesperrt.

In Bischofshofen (Bezirk St. Johann im Pongau) musste die Feuerwehr einen Trafobrand löschen. In der Gemeinde Annaberg (Bezirk Hallein) wurde die Lammertalstraße (B162) auf einer Länge von 500 Metern durch einen Murenabgang verlegt, die Feuerwehren konnten das Erdreich aber bereits am späteren Abend wieder wegräumen.

Einsätze wegen überfluteter Keller oder umgestürzter Bäume gab es in Hallein und Oberalm (Tennengau) sowie in den Pongauer Gemeinden Mühlbach, St. Johann, Werfen, Pfarrwerfen, Hüttau, St. Martin am Tennengebirge sowie in der Pinzgauer Gemeinde Dienten (Bezirk Zell am See). Insgesamt waren 309 Salzburger Feuerwehrleute an 64 Einsätzen beteiligt.

Ab etwa 18 Uhr waren innerhalb einer Stunde 32 Feuerwehren und Löschzüge im Bundesland im Einsatz. Laut Landesfeuerwehrkommando Salzburg zählten das Saalachtal und der Flachgau von Großgmain über das Gaisberg-Gebiet bis Strobl am Wolfgangsee zu jenen Gebieten, die von der massiven Gewitterzelle am meisten betroffen waren. "Wir müssen Verkehrswege freimachen und Sicherungsarbeiten durchführen. Es wurden auch Dächer abgedeckt", erklärte ein Feuerwehrmann auf Anfrage der APA.

Kärnten

Unwetter haben in Kärnten am Dienstag zu einigen Feuerwehreinsätzen geführt. Wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte, wurden in Krems (Bezirk Spittal) mehrere Bäume entwurzelt. Sie verlegten eine Straße und beschädigten eine Leitschiene, eine Stromleitung und eine Telefonleitung. Einsätze wurden auch aus dem Drautal sowie aus dem Metnitztal (Bezirk St. Veit) gemeldet.

Steiermark

In der Steiermark war das Paltental (Bezirk Liezen) betroffen. Wie der Bereichsfeuerwehrverband Liezen in einer Aussendung mitteilte, traten mehrere Bäche über die Ufer. 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um in den Orten Dietmannsdorf, St. Lorenzen, Trieben, Au bei Gaishorn und Gaishorn Bäche mit Sandsäcken zu sichern und Keller auszupumpen.

Wegen einer möglichen Hangrutschung wurde am Abend die Triebener Straße (B114) zwischen Trieben und Hohentauern in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Wie die Asfinag auf ihrer Internetseite mitteilte, musste der Verkehr noch bis 5.30 Uhr großräumig über die Phyrn-Autobahn (A9) und die Murtal-Schnellstraße (S36) ausweichen, danach sollten Pkw auch die alte Triebener Tauernstraße benützen können.

Oberösterreich

In Oberösterreich haben die Gewitter in der Nacht auf Dienstag insgesamt 250 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren notwendig gemacht. Sie rückten wegen Überflutungen von Straßen und Kellern sowie wegen umgestürzter Bäume aus, die Verkehrswege, darunter auch die Innkreisautobahn (A8), blockierten. Das gab das Landesfeuerwehrkommando bekannt. Hauptbetroffen waren die Bezirke Ried und Schärding und dort vor allem die Gemeinden entlang des Inn. 66 Feuerwehren mit 950 Helfern beseitigen die Schäden.

Tirol

InTirolwar es bereits am Sonntagabend zu Überflutungen gekommen. Hier waren vor allem die Bezirke Kitzbühel und Imst betroffen. Auch Montagabend zogen wieder schwere Unwetter über Tirol, wobei wieder Imst besonders betroffen war. Laut Angaben der Feuerwehr kam es bei der Auffahrt zum Hahntennjoch zu einer Verklausung, woraufhin sich Schlamm und Geröll den Weg durch die Straßen bis zu Bundesstraße B189 bahnte. Die Einsatzkräfte versuchten, Gebäude mit Sandsäcken und Schalungen abzusichern. Mehrere Keller standen unter Wasser und mussten ausgepumpt werden.

Unwetter-Gefahr noch nicht gebannt

Die Unwettergefahr ist damit noch nicht zu Ende: Von Salzburg bis in den Osten drohen weitere Gewitter mit Sturm, Hagel und sintflutartigen Regenfällen. Bis zu 100 Liter Niederschlag könnten gebietsweise noch bis Donnerstag hinzukommen. Die Gefahr von Hochwassern und Muren steigt. "Die Niederschlagsmengen, die in den letzten sechs Wochen gefallen sind, liegen vielerorts über jenen aus den Vorjahresmonaten Juni, Juli und August zusammen", sagt Lukas. Spitzenreiter ist die Stadt Salzburg. Dort fielen seit Anfang Juni 470 Liter Regen pro Quadratmeter (Stand Dienstagnachmittag) – in den drei Sommermonaten 2015 waren es 450 Liter.

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Unwetter: Mehr als 30.000 Menschen in Polen ohne Strom

Nach nächtlichen Unwettern, Regenstürmen und Hagelschauern waren Dienstagfrüh rund 30.000 Haushalte in Polen wegen zerrissener Elektrizitätsleitungen ohne Strom. Vor allem in Zentralpolen musste die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers mehr als 1.100 mal ausrücken, um entwurzelte Bäume zu bergen und Straßen zu räumen.

Drei Feuerwehrleute wurden bei den Einsätzen verletzt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag im Nachrichtensender TVN24. An mehreren Dutzend Gebäuden riss der Sturm Dachziegel von den Dächern. Der Wetterdienst mahnte zur Vorsicht, da auch in den kommenden Tagen gefährliche Hagelstürme in weiten Teilen des Landes erwartet werden.

Schwere Unwetter auch in Bayern: Frau starb

Bei einem schweren Unwetter ist in Bayern eine 60-Jährige ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Rosenheim am Dienstag mitteilte, ging die Frau am Vorabend bei Starkregen zu Mülltonnen auf der Straßenseite gegenüber ihrem Haus. Als sie über die überschwemmte Straße zurückgehen wollte, rutschte sie demnach in einen Graben und wurde fortgespült.

Der Lebensgefährte der Frau verständigte den Angaben zufolge die Rettungskräfte. Helfer konnten die Frau 45 Minuten später demnach aber nur noch tot in einem nahen Bach bergen.

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