Chronik | Österreich
10.05.2017

Heli stürzte vor vollem Gasthof ab

Zwei Tote nahe des Achensees / In Südtirol verunglückte österreichischer Pilot tödlich.

Der Alpengasthof Gramaialm ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Pertisau am Achensee. Das war auch am Mittwoch bestens besucht, als sich vor den Augen zahlreicher Gäste ein tragisches Unglück ereignete. Ein Hubschrauber stürzte rund 300 Meter von dem Lokal entfernt ab und ging in Flammen auf.

"Arbeiter von unserer Baustelle nebenan sind sofort hingelaufen. Aber da war nichts mehr zu machen", sagte Junior-Chef Martin Rieser, der den Absturz selbst beobachtet hatte. Etwa 200 Gäste wären im Gasthof mit seiner großen Aussichtsterrasse gewesen, als das Unglück um 12.15 Uhr passierte.

Die brennende Maschine konnte zwar schnell gelöscht werden. Aber für die zwei Insassen kam jede Hilfe zu spät. Rieser bestätigt, was die Polizei ebenfalls rasch vermutete. "Der Pilot ist in das Seil einer Materialseilbahn geflogen."

Die führt in der Nähe der Gramaialm, die mitten im Naturpark Karwendel liegt, auf den Hochleger zu einer weiteren Alm. "Die Identität der Opfer ist noch unklar", berichtete Romed Giner, Bezirkspolizeikommandant von Schwaz. Bei dem Hubschrauber habe es sich jedoch um eine private Maschine mit deutscher Kennzeichnung gehandelt. Sachverständige würden nun die Untersuchung der Unglücksursache übernehmen. Das Landeskriminalamt Tirol leitet die Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion der Leichen angeordnet.

Völlig unklar ist, warum die Maschine in dem kleinen Tal unterwegs war. Obwohl sich die Alm im Naturpark Karwendel befindet, sind Überflüge prinzipiell erlaubt, teilt die Bezirkshauptmannschaft auf Anfrage mit. Außenlandungen sind für Versorgungsflüge gestattet. Aber um einen solchen dürfte es sich nicht gehandelt haben.

Nicht bestätigen wollte die Polizei, dass der Hubschrauber, bei dem es sich um eine zweisitzige Bell 47 handeln dürfte, einem Tiroler gehört. Der Pilot, der laut KURIER-Informationen in Innsbruck gestartet ist, dürfte die Bahnseile übersehen haben und mit ihnen kollidiert sein. "Wir kennen zur Zeit weder Flugroute noch Flugziel", sagt Peter Urbanek von der Flugunfallkommission. Zwei Mitarbeiter wurden zur Untersuchung an die Unglücksstelle geschickt. Die Bahnseile müssten eigentlich in Flugkarten eingezeichnet sein. Auch das wird überprüft, sagt Urbanek.

Zweiter Absturz

Wie am Mittwochabend bekannt wurde, ist gestern auch in Südtirol ein Hubschrauber abgestürzt. Die Maschine ist auf der italienischen Seite des Hochfeiler im hintersten Zillertal abgestürzt. Dabei ist der Pilot ums Leben gekommen.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA handelt es sich beim Opfer um einen 75-jährigen Österreicher. Er war zunächst von Pisa nach Bozen geflogen. Beim Weiterflug nach Salzburg ereignete sich um 13.30 Uhr das Unglück im Gemeindegebiet von Pfunders.