Chronik | Österreich
02.12.2016

Heftige Stürme sorgen für Verkehrsbehinderungen

Wintereinbruch in Ostösterreich. Sturmschäden in NÖ gemeldet. Wie das Wetter am Wochenende wird.

Heftiger Sturm hat in der Nacht auf Freitag für zahlreiche Feuerwehreinsätze im südlichen Niederösterreich gesorgt. Betroffen waren vor allem Gemeinden in den Bezirken Neunkirchen, Baden und Mödling. So stürzte etwa ein Baum auf ein Einfamilienhaus. Zudem machten sich Trampoline "selbstständig", auch Dächer wurden abgedeckt.

Auch Wien ist von dem starken Sturm betroffen. Laut Berufsfeuerwehr kam es bis zum Vormmittag zu rund 100 Einsätzen, die dem Wetter geschuldet waren. "Glücklicherweise gab es bislang aber keine Verletzten oder größere Schäden", sagt Sprecher Christian Feiler.

Feuerwehrsprecher Franz Resperger berichtete in der Früh von bereits etwa 140 Einsätzen im Industrieviertel seit Mitternacht. Er ging davon aus, dass die Zahl noch steigen wird. Aufräumarbeiten würden wohl den ganzen Tag andauern. Sturmböen mit Spitzen von mehr als 100 km/h waren über die Region gefegt.

Behinderungen für Zugreisende

Auf der Südbahn-Strecke kommt es laut KURIER.at-Informationen wegen Sturmschäden im Semmering-Gebiet zu Verzögerungen.

Die ÖBB berichteten von einer Oberleitungsstörung auf niederösterreichischer Seite. Für Fernverkehrszüge wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen (Foto) zwischen Mürzzuschlag und Gloggnitz, für den Nahverkehr zwischen Semmering und Breitenstein eingerichtet.

Schnee auch im Osten Österreichs

In NÖ hatte der Wintereinbruch in der Nacht auf Donnerstag bis zu zehn Zentimeter Neuschnee gebracht. Dieser Wert wurde in Dobersberg (Bezirk Waidhofen/Thaya) im Waldviertel bzw. in Neulengbach (Bezirk St. Pölten) im Industrieviertel gemessen. Autofahrer mussten gebietsweise mit Schneefahrbahnen rechnen.

Prognose für heute

Mit dem stürmischen Wetter soll es am Wochenende wieder vorbei sein. Heute Freitag ist noch mit einigen Regen- oder Schneeschauern zu rechnen. Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 400 und 800 Metern. Am meisten Niederschlag kommt in den Staulagen der Alpennordseite zwischen den Kitzbüheler Alpen und dem Mariazellerland zusammen. Der Wind bläst auf den Bergen und im Norden und Osten zunächst noch gebietsweise stark bis stürmisch, sonst mäßig bis lebhaft aus West bis Nordwest. Im Laufe des Nachmittags schwächt sich der Wind vor allem abseits der Berge schon deutlich ab. Die Frühtemperaturen liegen bei minus vier bis fünf Grad, die Tageshöchsttemperaturen bei drei bis zehn Grad. Morgen Samstag soll sich dann weitgehend die Sonne durchsetzen.

Zum aktuellen Wetterbericht auf KURIER.at

Rückblick: Temperaturen boten 2016 erneut Extreme

Es wird immer wärmer: Das Jahr 2016 bricht aller Wahrscheinlichkeit nach erneut weltweite Temperaturrekorde. Und übertrifft dabei noch seine beiden Vorgänger als wärmstes Jahr seit dem Beginn exakter Aufzeichnungen im Jahr 1880. Auch in Österreich setzte sich der Trend zu einem wärmeren Klima laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) fort.

In Österreich lagen bis Dezember nur zwei Monate (Mai und Oktober) unter dem vieljährigen Mittel (1981-2010). Neun Monate waren hingegen wärmer als das Mittel, einige sogar sehr deutlich. So erlebte Österreich 2016 den zweit wärmsten Februar der 250-jährigen Messgeschichte und den fünft wärmsten September. Juni und Juli lagen unter den 20 wärmsten Monaten der jeweiligen Messreihe seit 1767.