Erst warb Reinhold Gasper für Scheider, nun kooperiert er mit der FPÖ

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Kärnten
12/15/2015

Grünes Comeback durch FP-Hintertür

FPÖ-Stadträtin bringt Gaspers Anträge ein. Die Begehren des Urgesteins gehen sogar durch.

von Thomas Martinz

"Sanierung und Pflege der Blumentröge im Bereich des Klagenfurter Hauptbahnhofs". Oder "Sanierung der verwitterten Inschrift zweier Gedenktafeln." – Diese Anträge aus dem Klagenfurter Gemeinderat hat kürzlich FPÖ-Stadträtin Brigitte Schmelzer eingebracht. Man fühlt sich aufgrund der Themenwahl allerdings eher an den ehemaligen Gemeinderat Reinhold Gasper erinnert, der im Sommer auf Drängen der Grünen aus der Partei ausgeschieden ist. Und tatsächlich: diese und andere Schmelzer-Begehren stammen aus Gaspers Feder: der 77-jährige feiert klammheimlich durch das FP-Hintertürchen sein Polit-Comeback.

Rund 1600 Anträge stellte Gasper während seiner 30-jährigen Tätigkeit als Gemeinderat, 400 Ideen wurden verwirklicht. Zwischen dem Mitbegründer der Grün-Bewegung in Klagenfurt und der Partei kam es allerdings im Frühjahr zum Bruch. Als ihn die Grünen vor der Kommunalwahl im März an die neunte und damit nicht wählbare Stelle reihten, gab das Urgestein plötzlich in Inseraten eine Wahlempfehlung für den damals noch regierenden Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) ab.

Die Unterstützungserklärung eines Grünen für einen Freiheitlichen erschien Gaspers Partei freilich inakzeptabel und schließlich wurde ein Parteiausschlussverfahren eröffnet. Das sogenannte "Grüne Friedensgericht" tagte allerdings nie, Gasper kam ihm mit dem freiwilligen Parteiaustritt im Juli entgegen.

Konkrete Bedingungen

Wie der KURIER nun erfuhr, hat Gasper den Abschied an die Bedingung geknüpft, dass ihm sämtliche Unterlagen, die er für die Grünen verfasst hat, ausgehändigt wurden. "Das ist mein geistiges Eigentum, das auf vier Computern gespeichert war", wollte er sich nie zur Ruhe setzen.

Und einige seiner alten Projekte und Begehrlichkeiten setzt er nun mit Hilfe der FPÖ um. "Brigitte Schmelzer ist die Kontaktperson bei der FPÖ, sie bringt meine Anträge ein. Ich hab’s auch über die ÖVP versucht, aber die haben meine Ideen nicht aufgenommen", betont Gasper.

Schmelzer selbst ist diese Tatsache offensichtlich ein wenig peinlich. "Das geht niemanden etwas an", ist die Gemeinderätin kurz angebunden.

Gasper feiert mit seinen "Anträgen durch die Hintertür" übrigens Erfolge: die anfangs erwähnten Gedenktafeln an der Ursulinenschule und beim Lendhafen werden nun tatsächlich saniert.

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