Chronik | Österreich
14.02.2018

Grüner Ärger über türkis-blauen Schulbesuch

Die Visite der Bundesregierung in Graz wird im Landtag diskutiert: Die steirischen Grünen bemängeln eine "Inszenierung" und stellen Fragen.

Kanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Bildungsminister Heinz Faßmann, der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner: Groß war der Politiker-Aufmarsch vor drei Wochen in der Volksschule Graz-Murfeld. Die steirischen Grünen bringen das in den steirischen Landtag: Sie wollen durch eine Anfrage an SPÖ-Bildungslandesrätin Ursula Lackner erfahren, ob der türkis-blaue Schulbesuch zulässig war.

"Das war reine Inszenierung und ein Marketing-Gag", ärgert sich Landtagsabgeordnete Lara Köck. Der Termin Ende Jänner kam kurzfristig zustande, die Bundesregierung wollte ihre Pläne für Deutschklassen präzisieren. Die Grazer Schule wurde ausgewählt, weil 45 Prozent der Kinder Deutsch nicht als Muttersprache haben, damit liegt die VS Murfeld exakt im Grazer Durchschnitt.

Die Grünen sehen darin aber eine "Schulshow": Sie wollen wissen, ob die Eltern informiert und einverstanden waren. Außerdem sei fraglich, ob der Besuch nicht gegen selbstauferlegte Regeln verstoßen habe: Parteipolitische Werbung an Schulen sei unzulässig, mahnt Köck und meint das Verteilen von Autogrammkarten oder Fotos mit den Kindern.