Chronik | Österreich
28.08.2017

Grenzkontrollen: Gemeinde will "Stauflüchtlinge" verbannen

In Wals weichen viele Autofahrer auf eine schmale Ortsstraße aus. Nun soll ein Fahrverbot kommen.

Im Walser Ortsteil Gois ärgern sich die Bewohner schon seit Monaten über die Kontrollen am nahen Autobahngrenzübergang Walserberg. Denn die Navigationsgeräte lotsen zahlreiche "Stauflüchtlinge" über die schmale Gemeindestraße. "Wenn man einen Schritt auf die Straße macht, begibt man sich in Lebensgefahr", schilderte eine Anrainerin bereits im Dezember bei einem KURIER-Lokalaugenschein.

Nun haben die Walser offenbar endgültig genug vom Umgehungsverkehr. Bürgermeister Joachim Maislinger (ÖVP) trommelte am Samstag Dutzende Bewohner von Gois zusammen, um auf der gesperrten Ausweichroute zu protestieren. "Der Verkehr hat sich seit dem Winter noch einmal vervielfacht", sagt Maislinger. Bis spätestens Freitag soll daher die Gemeindestraße für den Durchzugsverkehr gesperrt werden, sobald auf der Autobahn Richtung Bayern ein entsprechender Rückstau gemessen wird.

Exekutieren soll das Fahrverbot die Polizei. "Innenminister Sobotka hat mir zugesagt, dass die Exekutive das kontrollieren wird", sagt Maislinger. Bereits bei der Demonstration am Samstag hatten Polizeibeamte Autolenker abgewiesen, die die Straße durch Gois befahren wollten, um dem Stau am Walserberg zu entgehen.

Sicherheitsdienst

Wie der ORF Salzburg berichtete, hat auch die Gemeinde Grödig bereits ähnliche Schritte gesetzt. Dort kontrolliert allerdings ein privaten Sicherheitsdienst das Verbot. Für Maislinger ist das eine "halblustige Sache", da nach wenigen Wochen bereits einige Tausend Euro an Kosten angefallen seien.