Mit der neuen Talabfahrt könnte das Skigebiet am Mölltaler Gletscher um eine wind- und wettersichere Piste erweitert werden

© /schultz-ski.at

Gletscher-Projekt
08/27/2014

Bühne frei zum offenen Schlagabtausch

Öffentliche Diskussion zu den Plänen in Flattach. Diese Argumente prallen aufeinander:.

von Thomas Martinz

Die Betreiber des Hotelprojekts mit der umstrittenen Skiabfahrt am Mölltaler Gletscher stellen sich am Mittwochabend um 19 Uhr im Gemeindezentrum Flattach erstmals einer öffentlichen Diskussion. Auf dem Podium werden sich Liftkaiser Heinz Schultz, Unternehmer Hans-Peter Haselsteiner, Landesrat Rolf Holub (Grüne), Erich Auer (Naturschutzbeirat), Bürgermeister Kurt Schober, Landtagsabgeordneter Ferdinand Hueter und Siegfried Arztmann von der Wirtschaftskammer matchen. Eine hitzige Diskussion unter Einbindung der Bevölkerung ist zu erwarten. Der KURIER hat im Vorfeld Argumente für und gegen das Projekt zusammengefasst.

Es ist unstrittig, dass das Land touristische und wirtschaftliche Impulse benötigt. 70 Millionen Euro wollen Schultz und Haselsteiner in die Hand nehmen, um ein Hoteldorf samt Skiabfahrt zur realisieren, der Förderanteil von Land, Bund und EU von 2,25 Millionen wäre vergleichsweise gering.

Das Hoteldorf soll 490 Touristen beherbergen und ganzjährig betrieben werden. Schultz will finanzkräftige Urlauber auf den Gletscher holen, mit der neuen Abfahrt auch Schlechtwettertage überbrücken. Witterungsbedingt hat der Gletscher mit vielen Schließungstagen zu kämpfen.

Weiters geben die Investoren an, dass 120 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, hauptsächlich Ganzjahres-Jobs. Der Bezirk Spittal kämpft mit Abwanderung und Arbeitslosigkeit.

Landesgeologe Richard Bäk fordert bezüglich Talabfahrt eine neue Linienführung, Steinschlagsicherheit, Schutzwallkonstruktionen, Abträge, Anschüttungen, eine ingenieurgeologische Kartierung, die Abklärung der Zulässigkeit der Baumaßnahmen am Wildbach, ein geotechnisches Gutachten u.s.w. Erst dann gilt es zu entscheiden, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. In der Folge muss die Bezirkshauptmannschaft ihr Okay geben. Und wenn all das erledigt ist, wird es erst richtig spannend:Die Kleinfragant ist per Verordnung unter strengen Naturschutz gestellt. Und die Grünen wollen weder das Naturschutzgesetz noch die Verordnung ändern oder anpassen. "Ich schenke doch niemandem ein Gesetz. Wir sind ja nicht in Russland", sagt Grünen-Chef Rolf Holub. Letztlich müsste sich die Verfassungsabteilung des Landes mit der naturschutzrechtlichen Frage beschäftigen, ob eine Änderung möglich wäre. Die Alpenkonvention gewährt wenig Spielraum.

Schultz will Alles oder Nichts. "Das Hotelprojekt alleine ohne Skiabfahrt ist nicht denkbar", sagt der Tiroler, der beim Land bisher nur die – geologisch bedenkliche – Talabfahrt eingereicht hat. Das Hotelprojekt hingegen noch nicht.

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