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Kriminalität
07/08/2015

Geständnis nach tödlichem Streit im Pongau

Der 65-jährige Ehemann wollte aber keine Angaben zum Motiv machen.

Nach der tödlichen Bluttat in einem Hotel im Salzburger Pongau, bei dem die 58-jährige Senior-Chefin erstochen worden ist, hat der 65-jährige Gatte des Opfers in einer ersten Einvernahme am Mittwochnachmittag die Tat im Wesentlichen gestanden. Über das Motiv habe er allerdings noch keine klaren Angaben machen können, sagte Polizei-Sprecherin Eva Wenzl am Abend gegenüber der APA. Der Verdächtige soll am Donnerstag noch einmal ausführlich befragt werden. Die Vernehmung war nach seiner Festnahme in der Früh aufgrund seiner Alkoholisierung - er hatte rund 1,5 Promille im Blut - zunächst aufgeschoben und dann am Nachmittag begonnen worden. Er wird die Nacht im Polizei-Anhaltezentrum verbringen. Ein Antrag auf Untersuchungshaft sei inzwischen gestellt, die Überstellung in die Justizanstalt werde für morgen erwartet, sagte Wenzl.

Auch die Obduktion der Leiche der Frau wurde inzwischen durchgeführt. Das Ergebnis laut der Polizei-Sprecherin in wenigen Worten: Die 58-Jährige sei an den Folgen der massiven Stiche im Bereich des Brustkorbes gestorben. Der mutmaßliche Täter verwendete offenbar ein Fleischermesser mit einer Gesamtlänge von 75 Zentimetern, dessen Klinge 30 Zentimeter lang ist und das am Tatort sichergestellt wurde.

Beziehungsstreit

Die Bluttat hat sich am Mittwoch in der Früh in einem Hotel im Pongau ereignet: Der 65-jährige Senior-Wirt des Betriebs soll mehrmals mit dem Messer auf seine Ehefrau eingestochen haben. Die 58-Jährige alarmierte noch selbst die Polizei, ist aber ihren Verletzungen noch vor dem Eintreffen der Beamten erlegen. Der Tat ist offenbar ein Beziehungsstreit vorausgegangen. Kurz vor 8.00 Uhr eskalierte dann die Auseinandersetzung. Als die erste Streife eintraf, hielt sich der Mann noch am Tatort auf und ließ sich ohne größeren Widerstand festnehmen.

Das Ehepaar war schon mehrmals in Streit geraten, offenbar auch wegen der Alkoholprobleme des 65-Jährigen. Laut Polizei ist bisher bekannt, dass sich der Mann ab und zu zwar aggressiv, aber nicht gewaltbereit verhalten habe. Im Jahr 2012 wurde gegen den Pongauer eine Wegweisung wegen gefährlicher Drohung gegenüber seiner Ehefrau ausgesprochen. Der Mann war damals aber nicht handgreiflich geworden. "Er ist nicht als Gewalttäter bekannt", erklärte Wenzl.

Augenzeugen der Tat gab es offenbar nicht, allerdings sollen die Rezeptionistin und weitere Hotelangestellte den Streit in dem Durchgang zwischen Hotel und einem Nebengebäude akustisch wahrgenommen haben. Bei dem Ehepaar handelt es sich um Einheimische. Die beiden haben seit rund zehn Jahren in dem Gastronomiebetrieb gearbeitet und auch im Haus gewohnt. Mittlerweile hat der Sohn das Hotel übernommen. Die Getötete soll bis zuletzt im Betrieb mitgeholfen und die Familie sehr unterstützt haben. Angehörige wurden nach der Bluttat vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

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