Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Gelsen im Anflug: Das macht die Hitze noch bissiger

Nicht alle freuen sich über den starken Sommerbeginn: Nach dem Hochwasser schwärmen jetzt die Gelsen aus. In Spitälern und Schulen heißt es Schwitzen. Der Höhepunkt der Hitze kommt am Donnerstag.

36,3 Grad. Am heißesten war es gestern, Dienstag, in Waidhofen/Ybbs (NÖ). In Wien kam man immerhin auf knapp 34 Grad. Dank einer relativen Luftfeuchtigkeit von 54 Prozent, waren die Auswirkungen der Hitze hier aber genauso schlimm, sagt Meteorologe Lars Lowinski.

Nicht nur dem Kreislauf macht die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen. Sie bringt auch die Gelsen mit sich. „Die Anzahl der Gelsen ist gar nicht so hoch. Sie sind derzeit auch nicht besonders hungrig oder aggressiv, aber wegen der hohen Grundfeuchte und Wärme leben sie ganz gut“, sagt Christian Baumgartner, Bereichsleiter Natur und Wissenschaft des Nationalparks Donauauen.

Bilder: Hoch "Uta" lässt uns Schwimmen gehen

Ein Mädchen springt ins Wasser, umgeben von Spritzern.

Schwitzen, schwitzen, schwitzen heißt das Motto für die kommenden Tage: Hoch "Uta" bringt hochsommerliche Temperaturen bis 38 Grad nach Österreich. Wer nicht gerade arbeiten oder in der Schule sitzen muss, sucht sich Möglichkeiten nach Abkühlung. Im Folgenden eine Auswahl.
Kinder spielen und springen im Sommer in einem Schwimmbad.

Der beste Weg, um mit dem Sahara-Wetter fertig zu werden ist immer noch ein Sprung ins kühle Nass, wie Jugendliche hier im Salzburger Volksgartenbad beweisen.
Menschen stehen vor einem Schwimmbad, ein Schild wirbt für Abstand und Anstand.

Dort herrschte bereits am Montag großer Andrang vor den Eingangstoren. Interessant auch das Warnschild links.
Ein Junge taucht mit einer Taucherbrille im Schwimmbad.

Der sechsjährige Simon taucht im Becken des Volksgartenbades.

 
Menschen entspannen sich im Gras, einige unter Sonnenschirmen, während eine ältere Frau mit dem Fahrrad vorbeifährt.

Auch zum Almkanal in Salzburg pilgerten zahlreiche Sonnenanbeter.
Vier Jugendliche springen von einer Holzbrücke in einen Fluss.

Waghalsige Jugendliche nahmen dort den kürzesten Weg ins Wasser.
Ein junges Mädchen springt von einem Holzsteg in das Wasser.

Die Sommerstimmung hat auch das Burgenland erfasst: Die neunjährige Sophie beim Sprung ins kühle Nass am Steinbrunnersee.
Ein Kind springt von einer Holzbrücke in das Wasser.

Mit 23 Grad zählt der Steinbrunnersee derzeit zu den wärmsten Seen in Österreich.
Ein See umgeben von grünen Hügeln, Wäldern und kleinen Ortschaften.

Spitzenreiter ist derzeit der steirische Stubenbergsee mit 26 Grad.
Blick auf einen See, umgeben von Bergen und einem kleinen Dorf im Vordergrund.

Der Tiroler Achensee (Bild) hat mit frischen 16 Grad noch Aufholbedarf, ebenso wie der Bodensee in Vorarlberg mit 18 Grad. Zum aktuellen Badewetter aus Ihrer Region
Eine Gruppe Kinder planscht und lacht in einem Freibad.

Die Hitze lockt auch die Wiener in kühlende Gewässer, wie hier im Laaerbergbad.
Ein Mann beugt sich an einem heißen Tag an einem Brunnen, um sich zu erfrischen.

Ein gutes Rezept gegen die Hitze ist auch, viel zu trinken (2-3 Liter pro Tag) - oder einfach den Kopf unter einen Hydranten zu halten, wie dieser Wiener beweist.
Ein Hund watet durch das Wasser an einer Ufermauer.

Allerdings: Die beliebte Neue Donau bleibt diesbezüglich vorerst tabu. Denn dort ist seit dem jüngsten Hochwasser das Baden nicht gestattet. Das Verbot bleibt wahrscheinlich bis Donnerstag weiter aufrecht.
Ein Junge rennt durch einen Springbrunnen.

Sprung durch die Wasserfontäne: Die Bundeshauptstadt Wien war am Dienstag mit 32 Grad eine der heißesten Orte in Österreich.
Drei Mountainbiker fahren vor einer Bergkulisse auf einem grasbewachsenen Hügel.

Spitzenreiter war am Dienstag aber Hopfgarten im Brixental (Tirol) mit 35,4 Grad.
Ein junges Mädchen rennt lachend durch die Fontänen eines Springbrunnens.

Die Hitzewelle lässt die Thermometer noch bis inklusive Donnerstag auf der Alpennordseite bis 37 Grad steigen, bis 34 Grad im restlichen Österreich.
Ein Paar geht durch das Wasser eines Springbrunnens.

Der Rekordwert vom 20. Juli 2007 - in Andau im Burgenland erreichte man damals 39,5 Grad - wird aber nicht fallen. Schon am Freitag steht ein wenig Abkühlung am Programm.
Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von etwa 38 Grad Celsius vor blauem Himmel und Sonnenschein.

Die Hitzewelle hat auch andere Länder Mitteleuropas erfasst. Italien, Deutschland, Frankreich und die Benelux-Länder brüten ebenfalls im Schwitzkasten.
Ein belebter Strand mit vielen Menschen, Strandkörben und Palmen am Ufer.

Der Wannsee bei Berlin war am Dienstag bereits überfüllt.

Besonders in der Lobau klagen viele über die Plagegeister. „Es ist untertags schon sehr schlimm, aber am Abend gehe ich gar nicht mehr in den Garten“, sagt Elisabeth Schmidt. „Letztes Jahr war es nicht so schlimm. Das ist wegen der Flut“, meint Barbara Marine, die hier einen Badetag genießt.

Die sogenannten „Überschwemmungs-Gelsen“ sind allerdings noch gar nicht geschlüpft. „Erst in zwei bis drei Wochen werden sich diese Larven entwickelt haben“, sagt Christian Baumgartner. Somit könnten die Besucher des Donauinsel-Fests von der Gelsenplage verschont werden.

Gelsenbekämpfung

Die Gemeinden entlang der March und der Thaya (NÖ) haben schon in den vergangenen Jahren Konzepte entwickelt, wie sie die Plagegeister in Zaum halten können. Vor wenigen Tagen startete bei Marchegg erstmals in Österreich ein Hubschrauber zur großflächigen Gelsenbekämpfung in den Marchauen. Die Kosten des Einsatzes, des Hubschraubers, der Mittel und der damit verbundenen Logistik belaufen sich auf rund 45.000 Euro. Zuvor wurden alle Brutstätten der Gelsen kartiert und digitalisiert. Es geht um eine 300 Hektar große Fläche. „Wir können die Zahl der Gelsenlarven um bis zu 95 Prozent reduzieren“, sagt Robert Freitag, Bürgermeister der Gemeinde Hohenau/March.

Eine Familie sitzt auf einer bunten Decke im Grünen.
von Gelsen geplagt, Roland, Barbara und Marine Holl

Rekordhitze bis Freitag

Aber nicht nur die Gelsen setzen den Menschen zu. Die Hitze an sich lässt viele stöhnen. Zumindest manche Bauarbeiter dürfen bei Temperaturen ab 35 Grad eine Pause einlegen – diese Regelung gilt seit diesem Jahr. Sie ist allerdings nicht verpflichtend.

Kein Chef schickt seine Mitarbeiter zum Spaß bei der Hitze raus. Bei so hohen Temperaturen wird, wenn möglich, die Arbeit in den Schatten verlegt oder ins Innere eines Gebäudes“, sagt Paul Grohmann von der Bundesinnung Bau. Zudem wird Wasser und entsprechender Sonnenschutz zur Verfügung gestellt. Laut Gewerkschaft gibt es im Jahresdurchschnitt 4,4 Arbeitstage mit mehr als 35 Grad.

Keinen Anspruch auf Hitzeferien gibt es übrigens in den Schulen. „Viele Kinder sind auch in einer Betreuung. Das wäre nicht zu organisieren“, heißt es aus dem Wiener Stadtschulrat.

Eine Gruppe von Schülern sitzt mit einem Lehrer in einem Klassenzimmer.
Gymnasium Bachgasse, Hitze, Sommer, schwitzende Schüler, Direktor Reinhard Gogola

Schwitzen heißt es auch in vielen Spitälern. „Neue Gebäude sind mit ganz modernen Klimaanlagen ausgestattet, die auch Filter haben, um Keime aufzuhalten“, sagt Susanne Drapalik, Leiterin des Medizin-Managements beim Krankenanstalten-Verbund. Doch in alten Gebäuden sei das nicht möglich. „Nur in hochsensiblen Bereichen, wie Operationssälen oder Intensivstationen, wird heruntergekühlt.“ Sonst hilft man sich mit Klassikern wie nächtlichem Lüften, Sonnenschutz, ausreichendem Trinken und dem Verlegen von Therapien in die Morgen- oder Abendstunden.

Rekordtemperaturen um die 35 Grad sind ohnehin nur noch heute, Mittwoch, und morgen, Donnerstag, zu erwarten. Am Wochenende liegen die Höchsttemperaturen bei 23 bis 27 Grad, am Montag bei knapp über 20 Grad.

Achtung: Bei den aktuellen Sahara-Temperaturen müssen Besitzer von Gasthermen vorsichtig sein. Denn durch die Hitze können im Fang „Luftstoppeln“ entstehen und den Abzug verstopfen. Mehr dazu lesen Sie unter Vorsicht vor Kohlenmonoxid-Gefahr im Badezimmer

Zum aktuellen Wetter aus Ihrer Region

Mit der Hitze kommen auch die Ozon-Warnungen. Die Ozon-Alarmschwelle ist am Dienstagnachmittag in Streithofen (NÖ) heuer in Österreichdas erste Mal überschritten worden. Wie die Wiener Umweltschutzabteilung (MA22) berichtete, wurde in der Tullnerfelder Gemeinde um 16.00 Uhr eine Konzentration von 245 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (Einstundenmittelwert) gemessen. Damit wurde die Alarmschwelle um fünf Mikrogramm übertroffen.

Ozonkonzentrationen über der Alarmschwelle können zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atemwegsbeschwerden führen. Ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien, insbesondere in den Mittags- und Nachmittagsstunden, sind zu vermeiden, rät die MA22. Gefährdete Personen - etwa Kinder mit überempfindlichen Bronchien, Personen mit schweren Erkrankungen der Atemwege und/oder des Herzens sowie Asthmakranke - sollen sich daher bevorzugt in Innenräumen aufhalten, in denen nicht geraucht wird.

Kommentare