In Salzburg setzt man auf Versachlichung des Bettel-Themas. (Symbolbild)

© KURIER/Gerhard Deutsch

Salzburg
05/11/2014

Gekipptes Bettelverbot, Anstieg der Bettler

Experten diskutieren drei Tage lang über Lösungen für das Problem des Bettelns.

In Salzburg beginnt am Montag eine dreitägige Tagung zum Thema Betteln, welche die mitunter hoch emotional geführte Diskussion in der Landeshauptstadt zu versachlichen versucht. Auf Initiative des Friedensbüros Salzburg sollen im Bildungszentrum St. Virgil verschiedenste Bereiche des Phänomens durchleuchtet und Lösungen aufgezeigt werden.

Gesetz aufgehoben

Nachdem Ende Juni 2012 der Verfassungsgerichtshof das Salzburger Bettelverbot als verfassungswidrig aufgehoben hat, hat sich die Zahl der Bettler in der Innenstadt stark erhöht. Besonders ÖVP und FPÖ setzten in der Stadt im vergangenen Gemeinderatswahlkampf auf strengere Verbote. Was sich allerdings nicht im Wahlergebnis niederschlug – die ÖVP verlor drei Mandate, die FPÖ stagnierte.

Nach Hasstiraden auf einer Salzburger Facebook-Seite gegen Bettler ermittelt derzeit auch der Verfassungsschutz, wie die APA berichtet.

"Wir sehen, dass es in der Stadt eine Situation entstanden ist, welche die Teile der Bevölkerung stark polarisiert", sagte Mitveranstalter Robert Buggler von der Salzburger Armutskonferenz. "Wir wollen alle Meinungen hören und die Vielschichtigkeit des Themas aufzeigen."

Was dahinter steckt

Zur Sprache kommen werden nicht nur Kaufleute, Polizisten, Politiker, Sozialarbeiter, Wissen-schafter und Vertreter der Kirche – auch bettelnde Menschen aus wurden zur Veranstaltung eingeladen. "Wir wollen auch aufzeigen, was es für uns persönlich bedeutet, wenn wir heute mit Bettlern konfrontiert sind. Denn oft stecken hinter dem Protest auch Unzufriedenheit, Unsicherheit und Zukunftsängste", so Buggler.

Die Tagung ist bereits ausgebucht. Die Lesung der Autoren Dimitre Dinev und Karl-Markus Gauß zum Auftakt des Kongresses mit anschließender Diskussion am Montagabend (19 Uhr, Bildungshaus St. Virgil, Salzburg) ist öffentlich und kann ohne Anmeldung besucht werden.

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