Chronik | Österreich
21.02.2018

Frau wird im Bus-Laderaum eingesperrt

Studentin schildert Leidensgeschichte live im Internet. ÖBB kündigen Warn-Sticker an.

Abenteuerlich und anders als geplant verlief die Reise einer 21-jährigen Studentin aus Graz, die am Dienstag mit einem ÖBB-Intercitybus von Klagenfurt in ihre Heimatstadt fahren wollte. Während sie ihren Koffer im begehbaren Gepäckraum verstaute, schloss der Busfahrer die Türen und die junge Frau musste im Ladebereich ausharren. Ihr Leid klagte sie während der einstündigen Fahrt nach Wolfsberg auf der Social-Media-App "Jodel" .

Die Studentin versuchte vergeblich, sich durch Klopfen gegen die Wände bemerkbar zu machen und wandte sich dann telefonisch an die ÖBB. "Angeblich hat keiner eine Nummer vom Buslenker", teilte sie der Community mit. Sie möge bis Wolfsberg im Stauraum warten (das sind 55 Minuten Fahrtzeit, Anm.), habe es geheißen. "Falls es Probleme gibt (ich Luftnot hätte oder Ähnliches) könnten sie mir einen Polizeiwagen nachschicken. Hab aber gesagt, dass das schon gehen wird."

Als Beweis für ihre missliche Lage postete die Kofferraum-Passagierin auch Fotos von ihrem acht Kubikmeter großen Unterschlupf sowie ein Bild ihres ÖBB-Tickets, das eine Sitzplatz-Reservierung – freilich im Passagierbereich – vorsah.

Die User empfahlen der 21-Jährigen, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, was diese auch tat. "Der von der Polizei hat mich grad nochmal angerufen und gefragt, ob alles ok ist", schrieb sie kurz vor Ende ihrer Fahrt. In Wolfsberg stieg die Frau unversehrt vom Gepäck- in den Passagierraum um und setzte ihre Graz-Reise fort.

"Der Buslenker hat einen Sicherheitscheck gemacht, dann die Türen geschlossen. In diesem Moment muss die Frau den Gepäckraum betreten haben", erklärt ÖBB-Sprecher Christoph Posch den Vorfall. Man bringe nun Aufkleber an Bussen an, um klarzustellen, dass der Einstieg in den Ladebereich untersagt sei.

Der Vorwurf der Studentin, wonach kein telefonischer Kontakt zum Chauffeur hergestellt wurde, werde geprüft.

Die ÖBB betonen außerdem, dass sich im Gepäckbereich eine 80 mal 80 Zentimeter große Durchreiche zum Passagierraum befand, die mit einer Rollo abgetrennt und beidseitig zu öffnen gewesen wäre. Von diesem (mit Koffern verstellten) Durchschlupf wusste die Studentin aber nichts.