Vermutlich dürfte Franz Lackner (li.) Alois Kothgasser (re.) beerben

© APA/BARBARA GINDL

Erzdiözese Salzburg
11/12/2013

Ein leutseliger Marathonläufer

Der Steirer Franz Lackner steht vor Berufung in eines der höchsten Kirchenämter

von Elisabeth Holzer

Ob ein Schnappschuss mit Ski-Star Lindsey Vonn beim Nachtslalom in Schladming, Schwitzen beim Graz-Marathon für einen guten Zweck oder einfach Daumen drücken beim Fußballmatch: Der Steirer Franz Lackner gilt als einer, der gerne unter Menschen ist. Auch virtuell, seine Facebook-Seite befüllt er regelmäßig selbst mit Kommentaren und Fotos.

Bis vor wenigen Tagen jedenfalls, derzeit ist der 57-jährige Franziskaner eher schweigsam. Dafür ist es rund um ihn, den gelernten Elektriker, früheren UNO-Soldaten und promovierten Theologen, umso lauter: Der Weihbischof der Diözese Graz-Seckau könnte vor dem Sprung in eines der höchsten Kirchenämter Österreichs stehen er soll nach Alois Kothgasser Erzbischof von Salzburg werden.

Sein Name soll auf dem Dreiervorschlag gestanden sein, den der Vatikan an die zwölf Domherren nach Salzburg gesendet hat. Ebenfalls auf der Liste sollen Andreas Laun, amtierender Weihbischof in Salzburg und Karl Wallner, Rektor der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, gestanden sein. Beide werden als konservative Kirchenvertreter eingestuft.

Schlafen im Container

Der Steirer dagegen gilt als alles andere als konservativ, wie etwa Reinhold Esterbauer, Dekan der Katholischen Fakultät der Uni Graz, beschreibt. „Er ist ein diskussionsfreudiger Mensch. Seine große Stärke ist, dass er auf die Leute zugehen kann, er ist offen.“ Berührungsängste jeglicher Art scheint Lackner nicht zu kennen: Er war unter den Ersten, die für eine Aktion der Vinziwerke des Grazer Pfarrers Wolfgang Pucher unlängst in einem Container übernachteten, wie das sonst Obdachlose machen. Für Esterbauer steht aber zudem fest: „Er wird auch ein loyaler Bischof sein.“

Bestätigung für die Kür Lackners gibt es noch keine, dem Vernehmen nach soll er sich Bedenkzeit erbeten haben. Bis zu acht Tage sind möglich. Eine Ablehnung des Amtes scheint Kennern aber unrealistisch: Damit würde er sich für jede weitere Diözese aus dem Rennen nehmen.

Das gilt auch für seine Heimatdiözese: Seit 2002 ist Lackner in Graz-Seckau Weihbischof, nachdem er 1984 in den Orden der Franziskaner eintrat und erst 1991 zum Priester geweiht wurde. Er war der Wunschkandidat Diözesanbischofs Egon Kapellari für seine eigene Nachfolge. Der 77-Jährige möchte schon seit zwei Jahren sein Amt gerne niederlegen, wurde von Rom aber gebeten, noch zu bleiben. Kapellaris Nachfolge hätte schon im Februar entschieden sein sollen, wird aber ständig verschoben.

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