Fragwürdige Pleite eines Bauunternehmens

Insolvenz, pleite © Bild: Pixel/Fotolia

Auftraggeber sollen Werklohn nicht bezahlt haben, Gerichtsprozesse sollen anhängig sein.

Vor zwei Jahren ist die Firma Prügger Bau GesmbH mit Sitz in Frohnleiten zum dritten Mal in die Pleite geschlittert und später geschlossen worden, jetzt hat es ihre Schwesterfirma Prügger & Plank Bau GmbH mit Sitz in Frohnleiten erwischt. Letztere hat am Landesgericht für ZRS Graz einen Insolvenzantrag eingebracht. Zuvor hatte bereits ein Gläubiger einen Antrag gestellt. Das Verfahren ist am Donnerstag bereits eröffnet worden. Laut AKV und Creditreform beschäftigte das Unternehmen im Schnitt 40 Mitarbeiter. Der Betrieb soll geschlossen werden.

„Die Gesellschaft wurde erst im Jahr 2016 gegründet. Geschäftsführender Alleingesellschafter ist der Gernot Prügger, welcher auch bereits geschäftsführender Gesellschafter der Prügger Bau GesmbH war“, hält der AKV fest. Gernot Prügger ist laut Firmencompass Geschäftsführer von zwei weiteren Baufirmen, die aber von der Insolvenz nicht betroffen sind.

Die Pleiteursachen

Die Angaben des Bauunternehmens zu den Ursachen werfen einige Fragen. „Die Ursachen der Insolvenz liegen darin, dass es in den vergangenen Monaten zu größeren Forderungsausfällen gekommen ist. Werkvertragsnehmer haben berechtigte Werklohnrechnungen in beträchtlicher Höhe nicht bezahlt bzw. Mängelrügen erhoben“, heißt es im Insolvenzantrag aus der Feder der renommierten Grazer Anwaltskanzlei Christandl & Partner. „Da Bauunternehmungen in Zeiten wie diesen sehr knapp kalkulieren müssen, es besteht ein absoluter Verdrängungswettbewerb, sind sie auf die Einbringlichmachung von gelegten Werklohnrechnungen abhängig.“ Nachsatz: „Wenn nun Werkvertragsnehmer die Fälligkeiten und Rechtmäßigkeiten von Werklohnrechnungen beeinspruchen, um in weiterer Folge zu hoffen, dass weitere Nachlässe mit der sogenannten ‚Mängelkeule‘ erreicht werden können, kann das für Bauunternehmungen existenziell werden.“

Prügger & Plank Bau musste angeblich einige Forderungsklagen einbringen und sich aufwendigen Gerichtsverfahren stellen. Das habe letztendlich zu erheblichen Zahlungsschwierigkeiten und zur Zahlungsunfähigkeit geführt.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten dürften laut sollen 887.909 Euro betragen, wovon soll 347.000 Euro auf offene Lieferantenforderungen entfallen. Im Geschäftsjahr 2016 wies die Baufirma noch 1,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus. Die Aktiva sollen aus Halbfertigarbeiten (267.000 Euro) und aus den gerichtsanhängigen Werklohnforderungen (200.000 Euro) bestehen.

„Derzeit gibt es noch eine Baustelle (Murhof), die in den nächsten Tagen fertiggestellt werden soll. Hierfür werden fünf Mitarbeiter noch benötigt“, heißt es weiter. „Die Antragstellerin beabsichtigt, das Unternehmen nach Fertigstellung des Bauauftrages im Murhof zu schließen und das Unternehmen zu liquidieren.“

( kurier.at ) Erstellt am 15.02.2018