Chronik | Österreich
08.09.2017

Fischzüchter Alexander Quester bleibt auf Umweltschaden sitzen

Unternehmer hat rund 1,5 Millionen Euro in Betrieb investiert, Versicherung deckt Unwetterschaden nicht.

Der Konkurs des Mariazeller Bio-Fischzuchtbetriebs von Alexander "Ali" Quester, einem Spross aus der gleichnamigen Baustoff-Dynastie, schlägt hohe Wellen. In den vergangenen zehn Jahren hat der leidenschaftliche Fliegenfischer die Werbetrommel für die nachhaltige Aufzucht von Süßwasserfischen gerührt – insbesondere für Forellen und Saiblinge. Unter der Marke "Questers Feines" belieferte er einen namhaften Lebensmittel-Großhändler, zwei Supermarkt-Ketten, einen Fischhändler und Kleinabnehmer mit frischen und geräucherten Fischen. Jetzt steht der Salmoniden-Experte vor den Trümmern seines Lebenswerkes.

Kürzlich hat Quester bei seinem zweiten Standbein, dem Wild, den Großabnehmer verloren und ist aus dessen Sortiment ausgelistet worden. Vor einer Woche hat ein schweres Unwetter in zehn Zucht-Becken den ausgewachsenen Fischbestand zu 80 Prozent zerstört, der eigentlich in den nächsten vier bis acht Wochen ausgeliefert werden hätte sollen.

Zukunft fraglich

"Die Fische wurden durch das Unwetter zum Teil vom Schlamm begraben oder im Strömungsbereich in die Gitter gedrückt", sagt Quester zum KURIER. "Ich bin im Moment noch in einer Schockstarre und muss mich erst sammeln. Der Schaden trifft uns voll, weil in unserer Betriebshaftpflichtpolizze Elementarereignisse wie Unwetter von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen sind."

Ob der Betrieb überhaupt noch eine Zukunft hat, ist derzeit noch unklar. "Ich habe in den vergangenen Jahren rund 1,5 Millionen Euro investiert. Es mussten die Fischanlagen, die Bauten und eine hochmoderne Verarbeitungsanlage finanziert werden", sagt der Unternehmer. "Es haben sich aber viele Leute bei mir gemeldet, die einen Hang zu heimischen Produkten und Fisch haben, die Ideen haben und das Unternehmen fortführen wollen." Nachsatz: "Viele rufen auch an, und sagen, macht doch weiter. Wir haben eine richtige Fangemeinde."

1,5 Millionen Schulden

Wie berichtet, hat die Questers Feines GmbH am Montag Konkurs angemeldet. Das Unternehmen setzte zuletzt 2,6 Millionen Euro im Jahr um und hat 1,51 Millionen Schulden angehäuft, davon rund 912.000 Euro bei drei Banken. Im Zuges des Konkursverfahren sollen nun die restlichen Fische und Waren verwertet werden. Die beiden Fischzucht-Liegenschaften sind gepachtet, eine von der Gemeinde Gusswerk.