Chronik | Österreich
13.08.2017

Feuerwehrleute entkamen Steinlawine nur knapp

Hangrutschung brachte Einsatzkräfte in Gefahr. Die Räumung der B99 wird kompliziert. Anrainer müssen Umweg in Kauf nehmen.

Zu den durch Unwetter ausgelösten Verwüstungen der vergangenen Woche gesellte sich in Salzburg ein weiteres dramatisches Ereignis. In der Nacht auf Sonntag wurde die Katscherberg Bundesstraße (B99) bei Bischofshofen im Pongau durch eine riesige Hangrutschung auf einer Länge von 60 Meter mit Geröll verschüttet. Feuerwehrleute, die zuvor eine kleine Gesteinmure absichern wollten, entkamen der Steinlawine im letzten Moment.

„Bei diesem Einsatz hatte ich kein gutes Gefühl mehr“, gesteht der Kommandant der Feuerwehr Pfarrwerfen, Martin Bergmüller, ein. Die Helfer waren gegen 22.30 Uhr damit beschäftigt, die verschüttete Fahrbahn auszuleuchten und abzusichern, als plötzlich der Hang in Bewegung kam. „Wir haben uns schnell 50 Meter zurückgezogen, dann gab es eine gewaltige Rutschung“, schildert Bergmüller. Zum Glück war die Straße um diese Zeit wenig frequentiert, so kamen keine Menschen zu Schaden.

Gefährliche Räumung

Etwa 5000 Kubikmeter Gestein türmen sich nun mehrere Meter hoch auf der B99. Die Räumarbeiten seien absolut gefährlich und würden mindestens die nächsten zwei Wochen dauern, schätzt der Pongauer Katastrophenschutzreferent Norbert Passrucker. Die steile Felswand war mit Ankern und Netzen wegen des ständigen Steinschlags gesichert. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der massive Regen der vergangenen Zeit die Rutschung ausgelöst hat“, so Passrucker.

Durch die Sperre der B99 müssen die Bewohner des nahen Pöham in nächster Zeit auf dem Weg ins rund zehn Kilometer entfernte Bischofshofen einen Umweg von 30 Kilometern in Kauf nehmen.