Die Schüler waren in diesem Klettergarten in Zams im Fels

© honorarfrei/Michael Gabl

Tirol/Salzburg
05/19/2016

Fels verfehlte Kinder nur knapp

Gesteinsmassen donnerten an Schülern vorbei / Im Pongau stürzten Kinder in Hochseilgarten ab.

von Christian Willim

Es war kurz vor halb vier, als sich am Mittwoch im Gemeindegebiet von Zams bei Landeck ein riesiger Felsblock in der Hasliwand löste. Landesgeologe Gunther Heißl spricht von einem etwa 20 Kubikmeter großen, tonnenschweren Brocken, der bei seinem über 700 Meter tiefen Sturz in Einzelteile zerbrach. Sie landeten zum Teil im Siedlungsgebiet. Alpinisten, die auf dem Berg waren, blieben unverletzt. Das war jedoch ein Riesenglück.

Denn als die Felsmassen den Berg hinunterdonnerten, war Michael Gabl, NMS-Lehrer in Imst, gerade mit einer Gruppe von acht Schülern der ersten Klasse im Alter von zehn Jahren beim Klettertraining. "Wir waren in absoluter Lebensgefahr. Neben uns sind die Bäume gefallen. Da sind zum Teil Hunderte Kilo schwere Brocken an uns vorbeigeflogen; ich habe so etwas noch nie erlebt", erzählt der Bergführer, der seit 25 Jahren Kletterunterricht gibt.

Gabl hing zum Zeitpunkt des Unglücks in der Felswand und machte Fotos von zwei Kindern, die in einem Klettergarten rund 50 Meter über dem Talboden nach oben stiegen. "Ich habe es donnern gehört und gerufen, dass sich alle ganz klein machen sollen. Die Kinder haben gefolgt; Gott sei Dank ist nichts passiert", berichtet der 56-Jährige. Eine halbe Minute habe der Steinschlag etwa gedauert.

Profi war überrascht

Dass es in dem Klettergarten zu so einem Unfall kommen kann, hat den Profi mehr als überrascht: "Der liegt mitten im Wald. Ich hätte nie damit gerechnet, dass hier so etwas passieren kann." Dass die Gruppe nicht getroffen wurde, ist einem kleinen, schützenden Überhang zu verdanken. Und dem richtigen Verhalten der Kinder, die sich an den Berg pressten. "Danach sind wir erst einmal ein Eis essen gegangen", sagt Gabl.

Wie gefährlich die Situation war, erklärt Landesgeologe Heißel. Der Felsblock habe etwa die Größe eines Kleintransporters gehabt. Auf seinem Weg ins Tal zerbrach der Brocken in viele Teile. "Die kommen wie Kanonenkugeln daher. Bei dieser Geschwindigkeit genügt schon ein kleiner Stein, damit etwas Schlimmes passieren kann", sagt Heißel.

Gerüst eingestürzt

Bei einem Unfall in einem Hochseilpark in Altenmarkt im Pongau wurden am Donnerstag vier Schüler verletzt. Laut Polizei ist eine von drei Holzsäulen einer Plattform eines Einschulungsparcours weggebrochen und eingestürzt.

Die Schüler der Neuen Mittelschule Hof bei Salzburg (Flachgau) sollen aus rund einem Meter Höhe zu Boden gefallen sein. Der Unfall verlief glimpflich. Die Elfjährigen kamen mit Abschürfungen und Prellungen davon. Die Ursache für den Einsturz der Plattform muss noch untersucht werden.

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