Sperre der Felbertauernstraße: Osttiroler Pendler auf dem Weg zwischen Felbertauern-Tunnel und Haltestelle Matreier Tauernhaus, 14.6.2013.

© Philipp Brunner

Neue Notlösung
06/15/2013

Felbertauern: Pendler zwischen Murren und Verständnis

Am Montag beginnt der Bau einer Ersatzstraße zum Tunnel. Der dauert sechs Wochen.

Ines Ilgenstein schleppt sich und ihr Gepäck den steilen Weg hinauf. Die Abendsonne treibt der Friseurin den Schweiß auf die Stirn. „Ich fühle mit den Pendlern“, sagt die 17-Jährige Kufsteinerin, die für einen Lehrgang in Lienz war und jetzt mit dem Bus nach Hause möchte. Dazu muss sie wie alle Osttiroler, die berufsbedingt Tag für Tag durch den Felbertauerntunnel fahren, 100 Höhenmeter vom Matreier Tauernhaus zur Röhre aufsteigen. Nur mit dieser 20-minütigen Wanderung kann die nach einem Hangrutsch gesperrte Straße umgangen werden.

Nichts wie nach Hause

Was für Ilgenstein eine einmalige Anstrengung bedeutet, ist für andere das täglich Mühsal. Oben kommt gerade das Pendler-Shuttle an, das unter anderem Berufstätige aus Kitzbühel (T) und Mittersill (Sbg.) an Bord hat. Sie stürzen aus dem Bus und wollen so schnell wie möglich hinunter zum nächsten Bus, der sie nach Hause bringt.
Hannes Steiner ist einer von ihnen.

Seit 15 Jahren pendelt er zwischen Matrei in Osttirol und Mittersill, wo er für eine Baufirma arbeitet. Dass die Notlösung, die anfänglich für drei bis vier Wochen gedacht war, länger als ursprünglich angekündigt notwendig ist, nimmt er gelassen. „Da kann man nichts machen. Wichtig ist, dass die Leute sicher sind.“

Die Hangsicherung über der zerstörten Schildalm-Galerie ist schuld, dass die Felbertauernstraße nicht schon längst wieder einspurig befahren werden kann. Denn sie gestaltet sich aufwendiger als gedacht. Ende September könnte die Fahrbahn wieder freigegeben werden.

Bagger

Ende Juli soll hingegen jene Ersatzstraße fertig sein, die im Schnellverfahren von den Behörden bewilligt wurde. Am Freitag ging die Verhandlung mit der BH Lienz über die Bühne. „Am Montag wollen wir mit Baggern auffahren“, sagt Karl Poppeller von der Felbertauernstraßen AG.

Der Zeitplan bis zur Fertigstellung stehe, Verzögerungen seien aber nicht ausgeschlossen. Mehrfach konnten Terminziele zuletzt nicht eingehalten werden. Sehr zum Ärger mancher Pendler. „Entweder die veräppeln uns oder checken das wirklich nicht“, sagt einer von ihnen, während er müde im Bus auf die Abfahrt vom Tauernhaus wartet.

Am Montag müssen die Pendler wieder zum Tunnel aufsteigen. Dann aber über einen anderen, steileren Weg. Die bisherige Route schneidet sich mit der Ersatzstraße. Künftig müssen auch die Chauffeure wandern – eine Sparmaßnahme. „Da braucht es sportliche Busfahrer“, nimmt es Buslenker Leo Wallner mit Humor. Bisher fuhr einer oben, einer unten. Aber nun ist das Shuttle länger im Einsatz als geplant und die Kosten läppern sich.
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