Chronik | Österreich
24.03.2017

Fastfood-Werbung an Vorarlberger HAK: Ministerium schaltet die Schulaufsicht ein

Fast-Food-Werbung neben einem Turnsaal sorgt in Feldkirch für Empörung. Das Bildungsministerium ortet einen klaren Verstoß.

Kinder und Jugendliche sind längst zu umschwärmten Konsumenten geworden. Dass sie von Unternehmen selbst an Schulen umgarnt werden, sorgt in schöner Regelmäßigkeit für Aufregung. In Vorarlberg ist es ein im wahrsten Sinne besonders plakativer Fall, der zuletzt die Gemüter erhitzte.

Wie Landtagsmandatar Daniel Zadra (Grüne) publik machte, hängt am Schulgelände der Handelsakademie Feldkirch ein Werbebanner eines Fast-Food-Konzerns. Und das direkt neben dem Eingang zur Sporthalle. "Bei mir haben sich Eltern gemeldet, die das gewaltig stört", sagt Zadra.

Der Schuldirektor hatte für den Wirbel kein Verständnis und kündigte gegenüber einem regionalen Medium an, das Transparent hängen zu lassen. Das sei ein Überbleibsel von der Präsentation einer Projektarbeit gemeinsam mit dem Konzern. Veranlassung, das Banner abzunehmen, sah der Direktor keine – zumal auch kein Geld fließe.

"Derart kommerzielle Werbung hat an Schulen nichts verloren", sagt Zadar und verweist auf eine Rundschreiben des Bildungsministeriums, wonach Produkte, die unter dem Aspekt einer gesunden Ernährung problematisch sind, an Schulen nicht beworben werden dürfen.

Verbotene Werbung

Die Gestattung von Werbung liegt in der Hand der Direktoren. Bereits 2015 hat das Ministerium nach mehreren Gerichtsentscheidungen zu Werbung an Schulen in einem Rundschreiben eine strenge Linie vorgegeben. 2016 wurde noch einmal nachgeschärft. "Die Schulen haben zum Teil offenbar nicht gewusst, was erlaubt ist und was nicht", heißt es dazu aus dem Büro von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ). "Es darf sicher keine Werbung für eine Restaurant-Kette gemacht werden", stellt eine Sprecherin klar. Auch klassische Produktwerbung sei untersagt. Der Fall der HAK Feldkirch wird nun von der Schulaufsicht untersucht.

Der VKI hat in der Vergangenheit mehrfach Verfahren wegen fragwürdiger Werbung an Schulen geführt. "Niemand hat einen Überblick, wie viel es davon gibt und was es bringt", sagt VKI-Expertin Ulrike Docekal. Sie fordert ein generelles Verbot von Werbung an Schulen. Denn die sei immer eines: Beeinflussung.